Krankheiten frühzeitig erkennen: Geht das?

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Krankheiten frühzeitig erkennen? Ja, das geht
Krankheiten frühzeitig erkennen? Ja, das geht

„Regelmäßige Wartungsarbeit ist günstiger als ein Ausfall oder eine Reparatur.” Theoretisch stimmen die Meisten diesem Satz zu, aber unsere Taten erzählen eine ganz andere Geschichte – vor allem, wenn es um unsere Körper geht. Wir warten häufig bis Symptome auftreten bevor wir uns an einen Arzt wenden obwohl einige von den gefährlichsten Krankheiten sich erst dann bemerkbar machen, wenn sie fortgeschritten sind. Nur die Hälfte der deutschen Männer (48,9 Prozent) nehmen an einer jährlichen Routineuntersuchung beim Hausarzt oder Urologen teil. Zwischen dem Alter 20 und 29 investieren nur 18,5 Prozent der Männer Zeit in solche Gesundheitskontrollen. Dabei gilt es zu fragen: “Was sind die größten Gesundheitsbedenken in jedem Altersabschnitt, und wie oft muss man sich eigentlich untersuchen lassen?”

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Die goldenen Zwanziger

20 Jahre alt, endlich kann man nach den eigenen Regeln leben. Es ist eine Zeit in der man noch jung genug ist um die Worte von Spiderman im Kopf zu haben: „Aus großer Macht folgt große Verantwortung” und trotzdem schon alt genug um auf sie zu hören. Die Verantwortung fängt mit der eigenen Gesundheit an. Ab jetzt sollte man mindestens alle sechs Monate eine zahnärztliche Vorsorge einplanen. Dort werden nicht nur die Zähne überprüft, der Zahnarzt schaut auch nach Mund- und Kieferkrankheiten. Ab der Pubertät sollten Frauen Besuche beim Frauenarzt zur Gewohnheit gemacht haben. Hodenkrebskontrollen sollten Männer Ab dem 20 Lebensjahr durchführen lassen.

Je nach erbbaren Krankheiten in der Familie kann der Arzt auch das Herz und den Blutdruck prüfen oder schauen, ob die Blutzuckerwerte noch im normalen Bereich sind. Jeder sexuell aktiver Erwachsener soll sich für HIV und sexuell übertragbare Krankheiten testen lassen.

Über 30 Grad und heiß!

Die Dreißiger sind eine Phase in der man das Leben etwas ernster nimmt und sogar anfängt zu erkennen, dass der Mensch doch nicht unsterblich ist. Das ist auch gut so. Nachdem die Naivität sich als unfruchtbar erwiesen hat, kann man sich mit den dringenden Themen des Lebens beschäftigen.

Bei Frauen wird ab 30 die jährliche Vorsorge beim Gynäkologen durch eine ausgedehntere Untersuchung in Sachen Früherkennung ergänzt. Ein Scan auf Gebärmutterkrebs war bisher normal, ab jetzt kommt eine Untersuchung gegen Brustkrebs hinzu.

Selbstverständlich sollten alle Routineuntersuchungen von der vorigen Phase beibehalten werden. Das heißt: Die Zähne, das Herz, die Niere und das Blut sollten bei jeder Kontrolle weiterhin geprüft werden. Ab 35 Jahren sollte man diese Untersuchungen alle zwei Jahre beim Hausarzt (ggF. Facharzt) stattfinden.

Ab 40 Jahren fängt das Altern richtig an

Alle 40-jährige Männer sollten sich einmal im Jahr beim Hausarzt oder Urologen blicken lassen – vor allem, wenn Prostatakrebs ein Problem in der Familie gewesen war. Viele Männer werden froh sein zu hören, dass ein neuer Test entwickelt wurde um die Prostata zu prüfen. Bisher war sie nur durch eine Austastung des Enddarms möglich, was einige Männer einschüchternd fand. Nun gibt es einen Bluttest, der sogar genauer und vor allem angenehmer ist.

Cholesterin sollte auch alle fünf Jahre in den Fokus gerückt werden. Hinzu kommen Diabetes Tests, die alle 3 Jahre zu empfehlen sind.

„Ab 50 macht Arbeit weniger Spaß, aber der Spaß immer mehr Arbeit”

Sowohl für Männer als auch für Frauen sind Darmkrebsprävention nun angesagt. Blut im Stuhl ist ein Warnzeich wonach jeder Hausarzt oder Gastroenterologen in dieser Hinsicht Ausschau hält. Die Untersuchungen sollten einmal im Jahr stattfinden. Die meisten Krankenkassen schicken sogar schriftliche Einladungen zu Vorsorgeterminen raus.  

Zwischen dem 50 und dem 70. Lebensjahr sollten Frauen eine Mammographie machen lassen. Eine Mammographie ist nichts anderes als eine Röntgen-Untersuchung, die Spuren von Brustkrebs sucht. Auch hier sind Vorerkrankungen in der Familie relevant.

Der Herbst des Lebens

Ab 60 sollten die oben genannten Untersuchungen häufiger unternommen werden – in den meisten Fällen einmal jährlich. Je nach Alterserscheinungen und Vorerkrankungen könnten die Augen und Ohren Aufmerksamkeit brauchen. Ab diesem Alter steigt das Risiko auf Krankheiten wie Alzheimer und Osteoporose. In jedem Fall soll man im Gespräch mit dem eigenen Hausarzt bleiben. Er kann entscheiden, ob einzelne Früherkennungsuntersuchungen nicht individuell auch aus der Reihe sinnvoll sind.

 

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