Feng Shui: Weisheit oder Hokuspokus?

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Feng Shui - Weisheit oder Hokuspokus?

Viele asiatischen Künste und Praktiken, die im Westen einst eher belächelt wurden, sind mittlerweile fest in der Kultur verankert. Manche gesetzlichen Krankenkassen übernehmen mittlerweile sogar die Kosten für Akupunktur, wenn Patienten an chronischen Schmerzen leiden. Feng Shui ist eine Philosophie, die inzwischen viele Europäer so sehr beeinflusst, dass eine ganze Industrie an Feng-Shui-Beratern entstanden ist, die Ruhe und Ausgeglichenheit versprechen – gegen eine (nicht allzu) kleine Gebühr.

Aber Fakt ist, dass es noch keine wissenschaftlichen Belege für die Behauptungen der Tradition gibt. Ist deswegen gleich alles Quatsch? Madonna, Bill Clinton und George Bush sind trotzdem der Meinung, dass hier gesundheitliche Vorteile zu holen sind. Haben sie Recht?

Feng Shui für Anfänger

Direkt übersetzt bedeutet Feng Shui “Wind und Wasser”. Der Begriff stammt aus einer altchinesischen Kultur, in der die mythische Bedeutung von Bergen und Tälern, Wasser und Wind viel entscheidender war als im europäischen Kontext. Diese Elemente bestimmten, wo Siedlungen gebaut, wo Gärten am Günstigsten angelegt und wo Gräber eingerichtet werden sollten.

Die Lehre von Yin und Yang untermauert die Feng Shui Philosophie. Gleichgewicht ist das Ziel – beziehungsweise, ein Gleichgewicht aus Energien. Zum Beispiel: Teile der Wohnung, die als Ruhezonen eingestuft sind, gehören zur Yin-Kategorie. Bereiche mit viel Bewegung (Wohnzimmer oder Küche) machen Yang aus. Ein Feng Shui Berater würde beispielsweise aus dem Grund davon abraten, ein Schlafzimmer neben einen Eingang zu platzieren. Befolgt man die Yin Yang Gesetze, sollte Harmonie das Resultat sein.

In der Feng Shui Denkweise ist die Wohung eine Erweiterung des Körpers. Insofern werden Störquellen wie Krempel sehr ernst genommen. Sie gefährden das Gleichgewicht. Andere problematische Stellen wären Elektrosmog oder schädliche Gedanken. Man versucht dabei “Energie-Blockaden” zu entfernen und Harmonie mit natürlichen Materialien, Lichtern und Pflanzen herzustellen.

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Was sagt die Wissenschaft dazu?

Farbe ist ein Teil der Feng Shui-Lehre, die, im Gegensatz zu den anderen Elementen, wissenschaftlich begründet werden kann. Auch in dieser Hinsicht wird ein Gleichgewicht angestrebt. Dieses hat nachweislich eine Auswirkung auf unser Gehirn, denn Farbe ist im physikalischen Sinne nichts anderes als Energie. Und diese Energie lässt sich in unseren Emotionen spüren.

Zu diesen Schlussfolgerungen kam Neurowissenschaftler, Bevil Conway, an der Harvard Medical School als er den Einfluss von Farbe auf Affen erforschte. Er stellte fest, dass es Bereiche im Gehirn gibt, die bestimmte Farben intensiver empfinden als andere: Rot, grün und blau werden generell intensiver wahrgenommen. Diese Erkenntnis könnte der Schlüssel zum Verständnis vom Zusammenspiel zwischen Farben und Emotionen sein. Zumindest, was Feng Shui betrifft, kann man nachvollziehen, warum eine farbliche Harmonie emotionale Folgen haben kann. Ebenso empfiehlt Feng Shui natürliches Tageslicht für erhöhte Produktivität. Sämtliche Studien konnten bestätigen, dass Sonnenlicht und Pflanzen Stress unter Mitarbeitern reduziert.

Die Sache mit Krempel ist nicht so eindeutig. Feng Shui Experten raten zum Beispiel, dass 50 Prozent der Schreibtischoberfläche belegt werde. Eine Studie an der University of Minnesota stellte aber fest, dass Menschen mit einem unordentlichen Schreibtisch kreativer mit manchen Problemen umgehen konnten.

Fazit

Die wissenschaftlichen Belege sind noch etwas dünn, was die Glaubwürdigkeit von Feng Shui betrifft. Das heißt allerdings noch längst nicht, dass alles nur Hokuspokus ist. Und außerdem müssen Sie ja nicht an alle kulturellen und spirituellen Elemente glauben, um die praktischen Vorteile zu genießen. Aber vielleicht holen Sie sich erst einmal kostenlos ein paar Tipps bei Google bevor Sie viel Geld für einen Feng Shui Berater ausgeben.

 

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