Was passiert wirklich bei einem gebrochenen Herzen und wie kommt man da raus?

Was passiert wirklich bei einem gebrochenen Herzen
Was passiert wirklich bei einem gebrochenen Herzen

Wenn ein Arzt die MRT Scans von zwei Patienten – einen Verliebten und einen Drogenabhängigen – vor sich hätte, würde er sie kaum voneinander unterscheiden können. Neurobiologisch gesehen sind die Zustände sehr ähnlich. Wenn wir verliebt sind, sind wir tatsächlich auch benebelt. Der Grund dafür ist das Hormon, Dopamin, das im verliebten Körper in großzügigen Mengen ausgeschüttet wird. Die Zielperson wird faktisch zur Droge: Wir wollen all unserer Zeit mit ihr verbringen und in ihrer Nähe werden wir tatsächlich in einen Rausch versetzt. Das ist ja alles ganz toll, bis es aufhört. Geht die Person, wird plötzlich weniger Dopamin ausgeschüttet, was der Körper gar nicht lustig findet: Wir bekommen wortwörtlich Entzugserscheinungen.

Häufig folgen einige psychosomatische Symptome wie Schlaf- und Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Konzentrationsstörungen, Stimmungsschwankungen und Zukunftsängsten. Bei den meisten Menschen verschwinden die Symptome auch nach einer Weile. Aber sollte das nicht passieren, wäre ein Arztbesuch sogar angesagt. Was viele nicht wissen ist, dass akute Liebeskummer eine anerkannte Krankheit ist. Die offizielle Bezeichnung dafür ist „Morbus amoritalis“ – und, wenn eine Krankheit einen lateinischen Namen hat, dann muss sie wohl ernst zu nehmen sein, oder?

Um den neuen Stress abzubauen wird mehr Energie benötigt. In der Regel bekommt der Körper dies vom Not-Hormon Adrenalin, das auf Dauer von Cortisol abgelöst wird. Cortisol ist schwächer, dafür hält es länger an als Adrenalin und setzt mehr Energie frei. Wenn diese Kräfte nicht gebraucht werden, was häufig bei Liebeskummer vorkommt, fühlt man sich schlapp.  

Ganz extreme Fälle enden in einem sogenannten “Broken Heart Syndrom”, was sogar lebensbedrohlich sein kann. Menschen, die diese Diagnose bekommen leiden unter Schmerzen im Brustkorb, Atemnot und Herzrhythmusstörungen. Klingt ähnlich wie ein Herzinfarkt? Ist es auch. Viele Symptome überlappen sich – der Unterschied liegt in der Bewegung der Gefäße. Bei einem Herzinfarkt werden sie verschlossen während das Broken-Heart-Syndrom durch eine von Adrenalin ausgelöste Verengung verursacht wird. Medizinische Geschichtsbücher sind befleckt mit Einzelfällen von Menschen, die an einem gebrochenen Herzen gestorben sind – darunter auch Prominente: Viele glauben, dass Johnny Cash letztendlich daran gestorben ist.

Also was tun mit einem gebrochenen Herzen? Einerseits ist das eine etwas naive Frage. Wenn es eine klare Antwort gäbe, würden viele sie schon anwenden. Leider gibt es keinen schnellen Weg, um über Herzschmerzen hinweg zu kommen. Andererseits können bewährte Prinzipien uns helfen den mühsamen Prozess etwas zu beschleunigen.

1. “Einfach schwimmen!”

Wenn eine Beziehung endgültig vorbei ist, bringt es nichts sich noch in tausenden von Fragen herum zu suhlen. Warum ich? Kann ich das noch retten? Gibt es vielleicht einen Anderen/eine Andere? Bis zu einem gewissen Grad kann es helfen diese Fragen zu stellen so lange man das Ziel hat aus der Erfahrung zu lernen aber das soll nie zum Grübeln werden.

Fragen sind der beste Weg, unseren Fokus zu lenken. Also wer immer nur Fragen stellt, die in ein Tal der Depression führen, braucht sich nicht wundern, wenn es plötzlich sehr dunkel um sich herum wird. Damit werden immer wieder giftige Stresshormonen-Cocktails ins Blut ausschüttet. Am Ende des Tages ist Ihre Laune im Eimer. Stecken Sie lieber die Energie in positive Gedanken und Aktivitäten. Wir können uns ja nicht auf zwei extreme Emotionen gleichzeitig konzentrieren. Entscheiden Sie sich also für das Positive und ernten Sie die Vorteile.

2. “Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit”

Wie in unserem Blog erwähnt hat das Reden viele positive Effekte auf das Gemüt. Studien haben gezeigt, dass Menschen die ihre Emotionen in Worte fassen, weniger Angst/Stress und mehr Ruhe empfinden. Davon abgesehen tut es einfach gut mal die Erfahrungen von Anderen zu hören. Zum Glück sind wir ja nicht die erste Generation, die mit Liebeskummer zu kämpfen hatte.

3. “Links rechts links”

“Geist über Materie,” wie es so schön im Sprichwort heißt. Manchmal kann es auch umgekehrt funktionieren. Manchmal können wir unsere Laune durch unsere Bewegungen verändern und müssen nicht warten bis wir uns danach fühlen. Dies belegt eine Studie in “The Archives of Internal Medicine” (1999). Während der Studie wurden 156 depressive Menschen in drei Gruppen unterteilt. Eine Gruppe machte Konditionstraining. Die zweite nahm Zoloft (Antidepressivum) und die dritte Gruppe hat beides gemacht. Nach 16 Wochen wurde die Anzahl der Depressiven in allen Gruppen reduziert — 60-70 Prozent der Beteiligten konnten sogar nicht mehr als depressiv eingestuft werden. Ergebnis: Sport hat genauso gut gewirkt wir starke Psychopharmaka.

Fazit

Ein anderes Sprichwort lautet: “Eine Reise von 1,000 Meilen fängt nur mit einem Schritt an.” Auch bei der Liebeskummer findet es eine Anwendung. Fangen Sie Ihren Heilungsprozess so schnell wie möglich an und nutzen Sie dabei diese Prinzipien. Wer weiß, vielleicht sind Sie schneller als Sie denken wieder im Rausch der Liebe.