3 Überlebensstrategien für die Trump-Präsidentschaft

Das Gefühl der Erschütterung ist uns mittlerweile allen bekannt. Nach dem Brexit-Volksentscheid und der US-Wahl wissen wir, wie es ist, beim Nachrichtenlesen in totaler Hoffnungslosigkeit zu versinken. Wir können uns nicht mal mit dem Gedanken trösten, dass diese Ereignisse unglüglickliche Ausnahmen sind, denn die weltpolitische Tendenz geht derzeit eher in Richtung Populismus anstatt entgegen. Folglich bedeutet das, dass solche „Überraschungen” leider immer häufiger werden. So traurig wie es klingt, Enttäuschung und Unsicherheit könnten unser Los für die nächste Zeit sein. Also, was tun beim nächsten Schock? 3 bewährte Strategien können helfen, mit solchen Umständen besser umzugehen. Neu sind sie nicht, aber warum sie funktionieren ist faszinierend.

Erstmal den unmittelbaren Schock überwinden
Der Begriff “Schock” wird oft umgangssprachlich im Zusammenhang mit einem Schicksalsschlag verwendet. Er soll einen Zustand der Verwunderung zum Ausdruck bringen – oder sogar die Abwesenheit von Emotionen. Wissenschaftlich gesehen hat der Schock jedoch eine eindeutige körperliche Manifestation. Er ist das Notfallprogramm des Körpers. Während einer Krise wird Blut von der Körperperipherie (Arme und Beine) durch eine Verengung der Gefäße in die Körpermitte umgeleitet. Der Körper versucht dabei, die Blutversorgung seiner wichtigsten Organe aufrechtzuerhalten, um sich vor den Folgen eines zu niedrigen Blutflusses zu schützen. Als Symptome eines akuten psychischen Schock können Herzklopfen, Zittern und vermehrtes Schwitzen auftreten. Diese verschwinden in der Regel nach ein paar Minuten wieder. Dauern sie jedoch an, sollte sich der Betroffene auf den Boden legen und seine Beine anwinkeln oder beispielsweise auf einen Stuhl auflegen. Dies lässt Blut wieder zum Gehirn fließen und verhindert somit Bewusstlosigkeit.

Das Ur-Beruhigungsmittel
Weinen ist das allererste, das wir tun, wenn wir auf die Welt kommen. Schon in der Geburtsstunde ist es ein Zeichen von Gesundheit. Obwohl viele sich das Weinen abgewöhnen wollen, bleibt es unser Leben lang wichtig. Es dient als absolut notwendiges Ventil in Stresssituationen. Es leiert viele chemische Reaktionen an, die uns – einfach gesagt – runter kommen lassen. Beim Weinen werden Oxytocine, Noradrenaline und Adrenaline ins Blut ausgeschüttet. Diese Hormone haben für den Körper denselben Effekt wie ein Beruhigungsmittel.

Des Weiteren ist akute Augenfeuchtigkeit nicht nur gesund – darauf zu verzichten könnte sogar schädlich sein. Wenn der Körper zu viele negative Gefühle anhäuft, kann das nicht nur Depressionen, Spannungen und Stress auslösen. Es ist auch gut möglich, dass dies unseren Charakter oder unsere Persönlichkeit negativ beeinflusst oder gar verändert. Reizbarkeit, schlechte Laune und Nervosität sind nur einige der Folgen.

Sag doch mal was!
Man braucht keine aufwendigen Studien, um die Tatsache zu belegen, dass das Plaudern über Sorgen tröstend sein kann. Es fühlt sich schlichtweg gut an, verstanden zu sein. Nichtsdestotrotz hat die University of California Los Angeles sich vorgenommen die wissenschaftlichen Hintergründe zu erläutern.

Die im Jahr 2007 durchgeführte Studie hatte zwei Teile. Im ersten Teil wurden Menschen beobachtet während ihnen Bilder von einem zornigen Gesichtsausdruck gezeigt wurden. Dabei wurde die Amygdala-Region im Gehirn angeregt. Diese Region ist eine Alarmglocke des Zentralnervensystems. Von hier aus werden schützende biologische Systeme im Körper angeschaltet, sogar selbst dann, wenn diese Bilder für weniger als eine Sekunde gezeigt wurden.

Im zweiten Schritt haben Wissenschaftler das Gehirn beobachtet während die Studienteilnehmer ihre Gefühle beschrieben. Das Ergebnis: Wer seine Gefühle in Worte fasst, zeigt eine besonders hohe Aktivität im rechten Präfrontalen Cortex des Gehirns. Diese sich hinter den Augen befindende Region spielt eine Rolle in unseren Emotionen – welche genau wurde noch nicht eindeutig erforscht. Wir wissen aber, dass Menschen, die Gefühle artikulieren, weniger Aktivität in der Amygdala Region zeigen, jedoch eine erhöhte Anregung des Präfrontalen Cortex. Daraus zogen die Forscher folgende Schlussfolgerung: Wenn wir über Schwierigkeiten sprechen, erleben wir weniger Alarmbereitschaft und mehr Entspannung. “Genauso, wie man beim Autofahren bremst, wenn man ein gelbes Licht an der Ampel sieht, wirkt das Sprechen über Emotionen wie eine Bremse für emotionale Reaktionen,” schrieb Professor Matthew Liebermann in einer Pressemitteilung der UCLA.

Geteiltes Leid…
Wir sind durchaus soziale Wesen. Das lässt sich leicht an der Tatsache erkennen, dass Einzelhaft die strengste Strafe ist, die in den meisten westlichen Gefängnissen erlaubt ist. Der Mensch braucht Gesellschaft. Aber es reicht nicht nur von Menschen umgeben zu sein (sonst wären Bahnhöfe die wahrscheinlich glücklichsten Orte der Welt) – wir müssen uns auch aktiv am gemeinschaftlichen Leben beteiligen. Und zwar in dem wir Anderen aktiv helfen. Zu diesem Ergebnis kam der Neurowissenschaftler Elizabeth Dunn während ihrer Studie an der University of British Columbia.

In ihren Experimenten teilte Dunn ihre Teilnehmer in zwei Gruppen auf. Beide bekamen eine Summe Geld. Die Hälfte der Teilnehmer wurde gebeten, es für andere auszugeben. Die zweite Hälfte musste es komplett egoistisch ausgeben. Am Ende zeigte sich die erste Gruppe wesentlich glücklicher als die egoistische.

Sei es Trump oder bloß der nervige Stau, diese 3 Bewältigungsmechanismen können helfen, mit Krisen umzugehen. Manchmal sind diese ästhetisch vielleicht nicht so schön – vor allem, wenn man im Supermarkt gleich weinen muss – aber sie sind äußerst natürlich und funktionieren wirklich.

– TL Andrews