Helfen kleine Maßnahmen gegen den größten Killer Deutschlands?

helfen kleine maßnahmen gegen deutschlands größten killer

In den letzten 130 Jahren hat sich die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland verdoppelt. Damit könnte man meinen es ginge uns besser als je zuvor. Zumindest deutet eine aktuelle Studie Namens: Global Burden of Disease darauf hin. Aus der Studie geht hervor, dass jedes Mädchen, das auf deutschem Boden geboren wird mit einer Lebenserwartung von 83 Jahren rechnen kann – jeder Junge mit 79 Jahren. Das ist wesentlich mehr als in den meisten Ländern der Welt.

Sterben müssen wir alle, nur die Gründe dafür unterscheiden sich heute erheblich zu früher. Seit über 70 Jahren spielt Krieg keine ausschlaggebende Rolle mehr in der Sterberate der Bundesrepublik – heutzutage sind in Deutschland koronare Herzerkrankungen der Killer Nummer 1. Wir essen inzwischen so viel und bewegen uns so wenig, dass es gerade unser Wohlstand ist, der uns letztlich in die Knie zwingt. Aber sind wir hilflos gegen den Anmarsch dieser neuen Armee, oder können wir etwas zu unserer Verteidigung tun?

Der Kern der Sache
Von einer koronaren Herzerkrankung sprechen Ärzte, wenn Arterien verengt oder verschlossen sind und das Herz dementsprechend weniger Sauerstoff und Nährstoffe bekommt. Im schlimmsten Fall kann diese Verengung einen Herzinfarkt auslösen, was jedes Jahr bei über 300.000 Menschen in Deutschland vorkommt. Laut dem Statischen Bundesamt starben 2014 in der Bundesrepublik 69.890 Menschen allein an den Folgen einer chronischen koronaren Herzkrankheit.

Die Ursachen sind Wissenschaftlern längst bekannt. Rauchen, ungesunde Ernährung, Stress und zu wenig Sport zählen zu den wichtigsten Gründen. Doch das schöne an dieser Liste ist, dass wir diese Faktoren, im Gegensatz zu Infektionskrankheiten, in der Hand haben. Wir können beispielsweise unsere Ernährung ändern oder mit dem Rauchen aufhören. „Na toll,” denkt sich der skeptische Leser schon. „Wenn es so leicht wäre, hätte ich das auch längst getan. Es ist wirklich schwer von heute auf morgen gesund zu leben.” Und darin steckt das Problem. Viele von uns wissen was zu tun ist, aber machen trotzdem nichts, weil wir uns vor der Größe des Problems gelähmt fühlen. Wir wollen nicht gleich 5 mal die Woche ins Fitnessstudio gehen, oder ganz auf unsere Steaks verzichten, weswegen wir letztendlich oft gar nichts unternehmen. Aber wie wäre es, wenn wir nicht gleich alles aufgeben müssten und trotzdem mit kleinen Veränderungen große gesundheitliche Vorteile ernten könnten?

Tierisch gesund
Laut einer Studie der Harvard University kann der Verzicht auf rotes Fleisch an lediglich einem Tag pro Woche das Risiko auf koronare Erkrankungen bereits um 19 Prozent verringern. Und wenn selbst diese Veränderung Ihnen zu mühsam klingt, kann man auch mit noch weniger Aufwand anfangen. Das Magazin Neurology publizierte eine Studie, in der es heißt, dass nur eine zusätzliche Portion von Obst und Gemüse am Tag das Risiko um ganze 4% senkt. Und sobald Sie das geschafft haben, trauen Sie sich vielleicht noch eine weitere kleine Steigerung zu. Auch die wird sich auszahlen. Eine weitere Studie Namens Whole grain intake and cardiovascular disease hat festgestellt, dass ein täglicher Essensplan, der aus mehr als 2,5 Portionen Vollkornprodukten besteht zu 21 Prozent weniger koronaren Erkrankungen führen kann. Dafür, dass man sein Leben bis zu 90% unverändert lassen kann, ist das doch ein guter Deal, oder?

Ein Bisschen Entspannung und schon sind Sie gesünder!
Das mag einem am Anfang etwas komisch vorkommen, aber wer dran bleibt und Meditation zu einer täglichen Gewohnheit macht, hat wissenschaftlich bewiesene gesundheitliche Vorteile. Eine sich über 5 Jahre erstreckende Längsschnittsuntersuchung der American Heart Association ergab, dass Patienten, die regelmäßig meditieren, die Gefahr eines Herzinfarkts, eines Schlaganfalls oder eines Herztodes um 48 Prozent senken können. Der Grund für diese Erfolge ist die Tatsache, dass Meditation eine der größten Ursachen von Herzproblemen bekämpft: Stress. Unter anderem bietet Meditation einen Ausgleich der nervlichen Beanspruchung, harmonisiert den Hormonspiegel und verbessert sogar die Gehirnkohärenz.

Die Vorteile der Meditation wirkt sich auch auf den Blutdruck aus. Eine Studie unter Hypertonikern über 55 zeigte, dass diejenigen, die transzendentale Meditation praktizieren sogar länger leben. Ihre blutdruckabhängige Sterblichkeitsrate wurde um 30 Prozent reduziert.

Fazit
Um Vorteile zu erzielen, muss man nicht gleich sein ganzes Leben umkrempeln. Nur ein Tag ohne Fleisch oder 20 Minuten tägliche Meditation kann dafür sorgen, dass der größte Killer Deutschlands an Ihrer Tür vorbei geht. Vielleicht scheint es anfangs nicht so viel Spaß zu machen, aber wie das Sprichwort so schön sagt: Was Sie nicht umbringt macht Sie nur stärker.

– TL Andrews