Welche Diabetes-Formen gibt es? Typ 1, 2 und 3 erklärt

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Mensch misst Blutzuckerspiegel
Laut der Deutschen Diabetes Gesellschaft sind rund 8,9 Millionen Erwachsene in Deutschland von Diabetes betroffen. © zakalinka - stock.adobe.com

Diabetes mellitus – umgangssprachlich auch als „Zuckerkrankheit“ bekannt – ist keine seltene Diagnose. In Deutschland sind mehrere Millionen Menschen betroffen. Dabei ist Diabetes nicht gleich Diabetes. Wie viele Diabetestypen gibt es überhaupt? Und wie lassen sie sich voneinander unterscheiden?

Wie viele Diabetestypen gibt es?

Es gibt 3 Hauptformen. Die beiden bekanntesten Diabetes-Arten sind der Typ 1- sowie der Typ 2- Diabetes. Laut der Deutschen Diabetes Gesellschaft sind rund 8,9 Millionen Erwachsene in Deutschland davon betroffen – Tendenz steigend.1 Etwa 90 Prozent davon leiden an Typ 2-Diabetes. Was viele jedoch nicht wissen: Es gibt auch einen Diabetes Typ-3. Unter dieser Bezeichnung werden seltenere und spezifische Diabetesformen zusammengefasst, die sich weder Typ 1 noch Typ 2 zuordnen lassen.

Typ 1-Diabetes: Autoimmunerkrankung häufig im Kindesalter

Der Typ 1-Diabetes tritt vor allem im Kindes- oder Jugendalter auf, aber auch Erwachsene können davon betroffen sein. Dabei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die insulinbildenden Betazellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört. Die Folge: vollständiger Insulinmangel.

Risikofaktoren und Ursachen für Typ 1-Diabetes:

  • genetische Veranlagung (familiäre Häufung)
  • Virusinfektion (z. B. Coxsackie-Viren)
  • Umweltfaktoren (werden noch erforscht) 

Die genauen Auslöser sind noch nicht vollständig geklärt. Eine Kombination aus genetischer Veranlagung und Umwelteinflüssen gilt als wahrscheinlich. Wer vom Typ 1-Diabetes betroffen ist, benötigt lebenslang eine Insulinzufuhr von außen, um den Blutzuckerspiegel regulieren zu können. Neben regelmäßigen Insulinspritzen kommt eine Insulinpumpe als Behandlungsmaßnahme infrage.

Typ 2-Diabetes: Insulinresistenz bei Erwachsenen

Die häufigste der Diabetesarten wird meist erst im Erwachsenenalter festgestellt. Bei Typ 2-Diabetes liegt oft eine Insulinresistenz vor: Die Körperzellen sprechen nur noch unzureichend auf Insulin an. Dadurch nehmen sie zu wenig Glukose auf, und der Blutzuckerspiegel steigt. Als Gegenreaktion produziert der Körper oftmals zu viel Insulin, sodass es kurzzeitig zu einem erhöhten Insulinspiegel im Blut kommt. Allerdings reicht die vorhandene Menge nicht für die Regulierung des Blutzuckerspiegels aus. In der Folge versuchen wiederum die Betazellen, mehr Insulin zu produzieren. Doch auf Dauer überfordert dies die Betazellen.

Faktoren, die Typ 2-Diabetes begünstigen:

  • Übergewicht (vor allem Bauchfett)
  • ungesunde Ernährung (viel Zucker, Fett)
  • mangelnde Bewegung
  • höheres Alter
  • genetische Veranlagung
Im Gegensatz zum Typ 1-Diabetes lässt sich dieser Form der Erkrankung durch einen gesunden Lebensstil vorbeugen. Regelmäßige Bewegung und ausgewogene Ernährung können das Risiko deutlich senken.

Typ 3-Diabetes: Seltene Sonderformen

Unter den Diabetes-Formen kommt der Typ 3-Diabetes am seltensten vor. In die Kategorie fallen Arten, die sich aufgrund ihrer Ursache und Entstehung weder dem Typ-1- noch dem Typ-2-Diabetes zuordnen lassen. Während beim Typ-1-Diabetes eine Autoimmunreaktion zur Zerstörung der insulinproduzierenden Betazellen führt und beim Typ-2-Diabetes vor allem eine Insulinresistenz der Körperzellen im Vordergrund steht, entsteht der Typ-3-Diabetes sekundär als Folge einer anderen Grunderkrankung oder eines äußeren Einflusses. Der gestörte Zuckerstoffwechsel ist dabei nicht die primäre Erkrankung, sondern das Resultat einer Schädigung des Pankreas, hormoneller Fehlregulationen oder genetischer Defekte.

Mögliche Ursachen für Diabetes Typ 3 sind:

  • Erkrankungen des Pankreas
  • Beeinträchtigungen des Hormonstoffwechsels
  • genetische Mutationen bzw. Defekte

Auch bestimmte Vorerkrankungen wie Röteln oder die Einnahme bestimmter Medikamente können einen Typ 3-Diabetes auslösen. Ebenso kommen Drogenkonsum (toxische Substanzen) oder die Zufuhr einiger Chemikalien als Auslöser infrage.

Sonderform: Schwangerschaftsdiabetes

Einen Typ 4-Diabetes gibt es zwar nicht, in der Schwangerschaft kann jedoch eine spezielle Form auftreten: der Gestationsdiabetes. Weltweit hat etwa jede 7. Schwangere eine Schwangerschaftsdiabetes – sie gilt damit als häufigste Komplikation für werdende Mütter.

Durch die hormonelle Umstellung steigt der Insulinbedarf während der Schwangerschaft. Meist kann die Bauchspeicheldrüse diesen Mehrbedarf decken. Allerdings entwickeln einige Frauen eine Insulinresistenz.

Risikofaktoren für Schwangerschaftsdiabetes:

  • Übergewicht vor der Schwangerschaft
  • höheres Alter der Mutter
  • Diabetes in der Familie
  • Schwangerschaftsdiabetes in vorherigen Schwangerschaften
Bei Schwangerschaftsdiabetes kann der Mehrbedarf an Insulin nicht gedeckt werden, und die Blutzuckerwerte steigen. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen normalisieren sich die Blutzuckerwerte nach der Geburt wieder von selbst. Allerdings haben betroffene Frauen ein erhöhtes Risiko, später einen Typ 2-Diabetes zu entwickeln.

Fazit: Symptome erkennen und ärztlichen Rat einholen

Auch wenn jede der Diabetes-Arten unterschiedliche Ursachen hat, gibt es doch gemeinsame Anzeichen. Hierzu zählen:
  • starker Durst
  • häufiges Wasserlassen
  • anhaltende Müdigkeit
  • Gewichtsverlust
  • Sehstörungen
Bei solchen Beschwerden ist es wichtig, ärztlichen Rat einzuholen. Eine frühe Diagnose ermöglicht eine rechtzeitige Behandlung und kann Folgeerkrankungen verhindern. Je nach Diabetes-Form stehen verschiedene Therapieoptionen zur Verfügung – von Lebensstiländerungen über Medikamente bis zur
Insulintherapie.

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