Kann man das Altern durch die Ernährung aufhalten?

Kann man das Altern durch die Ernährung aufhalten?

In einer Gesellschaft, die großen Wert auf ein junges Aussehen legt, scheinen Hormone eine Notbremse zu sein, die es uns ermöglicht, ewig jung zu bleiben. Es ist heute durchaus möglich, den natürlichen Alterungsprozess durch unterschiedliche Praktiken zu beeinflussen, allerdings ist hier viel Vorsicht geboten!

Finger weg von den Medikamenten

Zunächst müssen wir alle akzeptieren, dass das Altern natürlich und unaufhaltsam ist. Auch Geld wird diese Tatsache nicht ändern können. In den 90ern wurden sogenannte Hormonersatztherapien (HRT) als mögliches Allheilmittel gefeiert, die gegen das Altern genutzt werden sollten. Mittlerweile haben viele Studien gezeigt, dass HRT ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs und koronaren Herzkrankheiten mit sich bringt, weswegen die Methode heute nicht mehr zu empfehlen ist.

Geht es über die Ernährung?

Grundsätzlich kann man den Hormonspiegel beeinflussen. Eine sanftere und sicherere Methode wäre, dies über die Ernährung zu tun. Dabei gilt folgender Grundsatz: das Gleichgewicht wahren! Nach einigen Jahren auf der Erde beginnt der Körper, die Produktion bestimmter Hormone zu reduzieren. Durch die richtige Ernährung ist es allerdings möglich, ein Gleichgewicht des Hormonhaushalts wiederherstellen. Einer der wichtigsten Helfer in dieser Aufgabe sind gesunde Fette.

Kurz-, mittel- und langkettige Fettsäuren werden benutzt, um die Produktion von diversen Hormonen (besonders Sexualhormone) anzuregen. Wer es schafft, jeden Tag eine Auswahl von Kokosöl, Olivenöl, Avocado oder Lachs zu sich zu nehmen, hat einen klaren Vorteil.  

Kann man den Übergang in die Wechseljahre erleichtern?

Östrogen ist das wichtigste Sexualhormon im weiblichen Körper. Es reguliert unter anderem die Menstruation und Schwangerschaft. Kurz bevor die Wechseljahre eintreten, lässt die Produktion von Östrogen stark nach, was zu Symptomen wie Schweißausbrüchen, Gemütsschwankungen und Hitzewallungen führen kann. Leider ist Östrogen nicht direkt aus der Ernährung zu gewinnen. Allerdings gibt es Lebensmittel, die Phytoöstrogen enthalten. Hierbei handelt es sich um Chemikalien, die wie Östrogen im Körper wirken und die dabei helfen können, die Symptome der Wechseljahre zu lindern.

Soja ist die reichhaltigste Quelle von Phytoöstrogen. Laut dem American Journal of Clinical Nutrition kann Soja das Risiko von Herzerkrankungen reduzieren und sogar Hitzewallungen bekämpfen. Leinsamen haben einen ähnlichen Effekt.

Weniger ist mehr

Was wir essen hat bekannterweise einen Einfluss auf unsere Lebensqualität und -Dauer. Wie viel wir essen spielt allerdings auch eine wichtige Rolle. Die Menge unser Nahrungsaufnahme ist eng mit unserem Insulinspiegel verbunden. Ernähren wir uns ungesund oder in ungesunden Maßen, kann dies einen erheblichen Einfluss auf unseren Insulinspiegel haben und nicht nur Symptome des Alterns, sondern letztendlich auch Diabeteserkrankungen herbeiführen.

Eine Studie namens „Comprehensive Assessment of Long-term Effects of Reducing Intake of Energy (CALERIE)” hat gezeigt, dass übergewichtige Erwachsene, die ihren Kalorienkonsum um 20-30 Prozent reduzieren, sowohl ihren Insulinspiegel als auch ihre Körpertemperatur verringern. Diese Änderungen korrelieren wiederum mit einer verlängerten Lebensdauer. Weniger Kalorien bedeuten auch ein geringeres Risiko für Herzerkrankungen und Diabetes.

Noch ist es nicht bewiesen, ob eine Kalorienreduzierung tatsächlich eine sichere Methode für Menschen im Kampf gegen das Altern ist – bisher konzentrierten sich alle abgeschlossenen Studien ausschließlich auf Tiere. Die CALERIE Studie hat allerdings bewiesen, dass die Ernährung ein wesentlicher Faktor im Alterungsprozess ist, der folglich als Regulierungshebel genutzt werden kann.  

Allgemein ist es ratsam nur so viele Kalorien zu konsumieren, wie auch verbrannt werden. Bevorzugen Sie dabei komplexe Kohlenhydrate wie Vollkornbrot, Gemüse und Haferflocken über einfache Alternativen wie Zucker und Weißmehl.

Wir wollen von Ihnen hören. Welche Speisen halten Sie jung?