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Chlamydien Test als Vorsorgeleistung: Für wen zahlt die Krankenkasse?

Urinprobe im Labor mit Urinteststreifen

In der Regel erfolgt ein Chlamydien Test über eine Urinprobe. -Gerhard Seybert - stock.adobe.com

Chlamydien zählen zu den häufigsten bakteriellen Geschlechtsinfektionen in Deutschland. Da sie in vielen Fällen ohne Symptome verlaufen, bleiben sie oft unentdeckt. Das birgt gesundheitliche Risiken. Der rechtzeitige Nachweis ist daher entscheidend. Unter bestimmten Voraussetzungen übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten für einen Chlamydien Test im Rahmen der Vorsorge.

Chlamydieninfektionen betreffen vor allem sexuell aktive junge Menschen. Schätzungen zufolge treten sie besonders häufig bei Personen unter 30 Jahren auf. Da viele Infektionen unbemerkt verlaufen, spielt die Vorsorge eine wichtige Rolle, um gesundheitliche Folgeschäden frühzeitig zu vermeiden.

Was sind Chlamydien und wie werden sie übertragen?

Chlamydien sind Bakterien, die meist beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. Besonders häufig tritt die Infektion mit Chlamydia trachomatis auf. Sie kann sowohl bei Frauen als auch bei Männern vorkommen.

Tatsächlich bleibt die Infektion oft unbemerkt. In vielen Fällen zeigen sich keine Beschwerden, sodass die Betroffenen nichts von der Ansteckung wissen und diese unbemerkt weitergeben.

Mögliche Symptome äußern sich bei Frauen beispielsweise durch vermehrten Ausfluss oder Unterbauchschmerzen. Bei Männern kann es zu Schmerzen beim Wasserlassen oder im Hodenbereich kommen. Ohne Behandlung drohen schwerwiegende Folgen, daher ist ein früher Nachweis wichtig.

Die Zeit zwischen Ansteckung und Nachweisbarkeit, die sogenannte Inkubationszeit, beträgt in der Regel ein bis drei Wochen. Chlamydien können nicht nur beim vaginalen Geschlechtsverkehr, sondern auch beim analen oder oralen Sex übertragen werden. Kondome reduzieren das Ansteckungsrisiko deutlich, bieten jedoch keinen vollständigen Schutz.

Warum ein Chlamydien Test wichtig ist

Bleibt eine Chlamydien Infektion unbehandelt, kann sie die Gesundheit langfristig beeinträchtigen. Frauen haben dadurch ein erhöhtes Risiko für Entzündungen im Beckenraum. Auch die Eileiter können betroffen sein, was die Fruchtbarkeit beeinflussen kann. Während der Schwangerschaft besteht zudem ein erhöhtes Risiko für Frühgeburten oder Infektionen des Neugeborenen.

Auch bei Männern kann es zu Entzündungen kommen, die die Zeugungsfähigkeit einschränken. Da die Infektion in vielen Fällen ohne spürbare Anzeichen verläuft, ist ein Chlamydien Test oft der einzige Weg, sie frühzeitig zu erkennen.

Tatsächlich ist auch nach erfolgreicher Behandlung eine erneute Ansteckung möglich, etwa durch unbehandelte Sexualpartner:innen. Ein Chlamydien Test dient daher nicht nur der Erstdiagnose, sondern auch der Vermeidung von Folgeinfektionen.

Chlamydien Test als Vorsorgeleistung

Gesetzlich Versicherte können unter bestimmten Bedingungen einen Chlamydien Test als Vorsorgeleistung in Anspruch nehmen. Dieses Angebot richtet sich gezielt an junge Frauen. Die Altersgrenze für die kostenfreie Vorsorgeuntersuchung orientiert sich an statistischen Daten. In dieser Altersgruppe treten Chlamydieninfektionen besonders häufig auf.

Der Test wird im Rahmen der gynäkologischen Gesundheitsvorsorge angeboten und ist auch dann möglich, wenn keine Beschwerden vorliegen. Wenn ein konkreter Verdacht besteht oder andere medizinische Gründe vorliegen, kann der Test auch darüber hinaus durchgeführt werden.

Männer profitieren medizinisch ebenfalls von einem Test, die Kostenübernahme erfolgt jedoch in der Regel nur bei konkretem Verdacht oder bestehenden Beschwerden.

Welche Leistungen übernimmt die Krankenkasse konkret?

In der Regel erfolgt der Chlamydien Test über eine Urinprobe. Diese Methode ist unkompliziert und zuverlässig. In bestimmten Fällen wird auch ein Abstrich durchgeführt, etwa wenn zusätzliche Symptome vorliegen oder ein genauer Befund erforderlich ist.

Die Kosten übernimmt die Krankenkasse für Frauen bis zum Alter von 25 Jahren einmal jährlich im Rahmen der Vorsorge. In dieser Altersgruppe treten Chlamydieninfektionen besonders häufig auf. Auch in anderen Fällen, etwa bei einer geplanten Schwangerschaft oder bei einem Infektionsnachweis beim Partner oder bei der Partnerin, kann die Untersuchung übernommen werden. Weitere Informationen zu den Bedingungen und Leistungen der Krankenkassen finden sich auf der Seite zum Chlamydien Test.

Männer profitieren medizinisch ebenfalls von einem Test, die Kostenübernahme erfolgt jedoch in der Regel nur bei konkretem Verdacht oder bestehenden Beschwerden.

Was tun bei positivem Testergebnis?

Fällt der Test positiv aus, erfolgt die Behandlung in der Regel mit einem Antibiotikum. Wichtig ist, dass auch Sexualpartner:innen getestet und mitbehandelt werden. Nur so lässt sich eine erneute Ansteckung vermeiden.

Die Behandlung erfolgt vertraulich. Die ärztliche Schweigepflicht schützt die persönlichen Daten. Nach Abschluss der Therapie kann eine Kontrolluntersuchung sinnvoll sein, um den Erfolg der Behandlung zu prüfen.

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