{"id":4640,"date":"2017-10-23T15:21:25","date_gmt":"2017-10-23T13:21:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.arzttermine.de\/magazin\/?p=4640"},"modified":"2017-12-12T16:46:10","modified_gmt":"2017-12-12T15:46:10","slug":"postnatale-depression-wie-kann-ich-meine-partnerin-unterstuetzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.arzttermine.de\/magazin\/lexikon\/erkrankungen\/postnatale-depression-wie-kann-ich-meine-partnerin-unterstuetzen\/","title":{"rendered":"Postnatale Depression: Wie kann ich meine Partnerin unterst\u00fctzen?"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-weight: 400;\">Der Prozess der Schwangerschaft und Geburt ist, allein was Hormone und somit Emotionen angeht, ein hochkomplexer Prozess. Folglich empfindet nicht jede Mutter gleich. Zwischen <\/span><a href=\"http:\/\/postpartumprogress.org\/the-facts-about-postpartum-depression\/\"><span style=\"font-weight: 400;\">11 und 20 Prozent<\/span><\/a><span style=\"font-weight: 400;\"> neuer M\u00fctter leiden an der sogenannten postnatalen Depression. Dabei handelt es sich nicht nur um \u201cHeultage\u201d oder \u201cBabyblues\u201d &#8211; diese Begriffe beschreiben eine tr\u00e4nenreiche, \u00fcberw\u00e4ltigende Phase nach der Geburt, die ein paar Tage andauert, dann aber auch wieder verschwindet. Postnatale Depression (PND) hingegen ist viel tiefgreifender und muss komplett anders angepackt werden. <\/span><\/p>\n<h2>Was ist PND?<\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die Depression beginnt allerdings nicht immer nach der Entbindung. Wochen oder sogar Monate k\u00f6nnen vergehen bis etwas schlechte Laune ausartet und sich in eine richtige Depression umwandelt. Die Intensit\u00e4t ist unterschiedlich und individuell &#8211; manche berichten von einem sp\u00fcrbar, aber nicht allzu bedr\u00fcckenden Mangel an Freude, andere spielen mit Selbstmordgedanken. Oft kommen diese Gef\u00fchle nachdem das Kind alles im Leben der Eltern unwiderruflich ver\u00e4ndert hat. Egal wie sehr man sich auf die Babyphase vorbereitet hat, kann das trotzdem ein harter Schlag sein. Generell geschieht alles sehr schleichend, weswegen es auch so schwer zu diagnostizieren ist. Daher gilt es f\u00fcr Mutter sowie Angeh\u00f6rige, die Symptome fr\u00fchzeitig zu erkennen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Zu den Symptomen einer postnatalen Depression geh\u00f6ren:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Gereiztheit: Sie \u00fcberreagieren auf kleine Probleme und schreien andere in der Familie regelm\u00e4\u00dfig an.<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Weinerlichkeit: Sie f\u00fchlen sich immer furchtbar &#8211; h\u00e4ufig mit besonderen Tiefpunkten zu bestimmten Tageszeiten.<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Kopfschmerzen<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Ersch\u00f6pfung. Noch schlimmer: Trotz gro\u00dfer Anstrengung am Tag schaffen Sie es nicht, nachts einzuschlafen.<\/span><\/li>\n<li style=\"font-weight: 400;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Es f\u00e4llt Ihnen schwer, Ihr Kind als Ihr eigenes zu empfinden. Es kommt Ihnen vor, als w\u00fcrden Sie das Kind einer anderen Person pflegen. <\/span><\/li>\n<\/ul>\n<h2>Ursachen einer PND<\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Der genaue Ursprung einer PND ist noch nicht eindeutig festzustellen. Wissenschaftler wissen zumindest, dass es auf biochemische Vorg\u00e4nge im Gehirn der Mutter, sowie auf hormonelle Ver\u00e4nderungen und soziale Faktoren \u00a0zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Hat die Mutter beispielsweise bereits an Depressionen gelitten, so steigt das Risiko f\u00fcr ihre T\u00f6chter, PND zu erfahren. Ebenso k\u00f6nnen traumatische Erlebnisse wie fr\u00fchzeitiges Versterben der eigenen Mutter im Kindesalter eine Rolle spielen. Verlust des Partners oder Arbeit &#8211; oder sogar fehlende Akzeptanz der Familie f\u00fcr das Kind &#8211; haben eine \u00e4hnliche Wirkung. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Ob es ihr erstes oder viertes Kind ist scheint nicht ausschlaggebend zu sein. Anders gesagt: Selbst, wenn eine Frau beim ersten Kind von PND verschont wurde, kann es immer noch sein, dass es bei der n\u00e4chsten Geburt vorkommt. <\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.arzttermine.de\/?utm_source=magazin&amp;utm_medium=magazin_banner&amp;utm_campaign=magazin_banner\" target=\"_self\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full\" src=\"https:\/\/www.arzttermine.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/content_3_banner.jpg\" alt=\"Arzttermine.de Online Termine buchen\" width=\"770\" height=\"230\" \/><\/a><\/p>\n<h2>Behandlung und Therapie<\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Antidepressiva k\u00f6nnen effektiv gegen PND sein. Ansonsten sind Psychotherapien wie Verhaltens- und Gespr\u00e4chstherapie weitere gute Optionen. Doch manchmal l\u00e4sst sich das Problem am Besten mit anderen zusammen bew\u00e4ltigen. In dieser Hinsicht sind Selbsthilfegruppen insofern hilfreich, dass sie Isolierung und Stigma lindern. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Davon abgesehen gilt es, einige kleine Umstellungen in Ihrem Lebensstil vorzunehmen, die Ihre Lage verbessern k\u00f6nnten. M\u00fctter sollten versuchen, sich so viel wie m\u00f6glich auszuruhen. Bitten Sie Freunde und Familie um Hilfe &#8211; geben Sie die Ambition auf, die \u201cperfekte Mutter\u201d zu sein, die alles alleine und noch dazu problemlos meistert. Die \u201cperfekte Mutter\u201d ist die, die sich um das Wohl f\u00fcr sowohl Ihr Kind, als auch sich selbst, bem\u00fcht &#8211; und dazu geh\u00f6rt auch Ihr eigenes emotionales Wohlbefinden. Soweit es geht, machen Sie es zu einer Priorit\u00e4t, jeden Tag Aufgaben f\u00fcr sich (und nicht nur das Kind) zu erledigen. <\/span><\/p>\n<h2>Was kann ich als Partner tun?<\/h2>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Diese Last muss eine Mutter nat\u00fcrlich nicht alleine tragen. Als Partner k\u00f6nnen Sie zu einer schnellen Besserung viel beitragen. In erster Linie sollten Sie versuchen, geduldig zuzuh\u00f6ren &#8211; und nicht unbedingt sofort mit L\u00f6sungen zu entgegnen. Viele Betroffene m\u00f6chten sich einfach nur aussprechen, ohne dabei mit L\u00f6sungen von Au\u00dfenstehenden \u00fcberw\u00e4ltigt zu werden. Seien sie so viel wie m\u00f6glich f\u00fcr die Mutter da. Unterst\u00fctzen Sie sie in ihren t\u00e4glichen Aufgaben und Verpflichtungen. Muss das Kind z.B. jede Stunde gestillt werden, so \u00fcbernehmen Sie doch einfach das anschlie\u00dfende \u201cB\u00e4uerchen\u201d und Wickeln. G\u00f6nnen Sie Ihrer Partnerin die zus\u00e4tzlichen Minuten Ruhe. Sollte sich ein Streit \u00fcber eine Kleinigkeit entfachen, versuchen Sie, nicht darauf einzugehen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Praktische Hilfe k\u00f6nnte auch hilfreich sein. Sorgen Sie daf\u00fcr, dass die Mutter mindestens jede Nacht f\u00fcnf Stunden am St\u00fcck ungest\u00f6rt schlafen kann &#8211; wenn es sein muss, kann das bedeuten, dass eine dritte Person zu Hilfe geholt wird. Nehmen Sie der Mutter in dieser Phase schwere Entscheidungen ab &#8211; meistens werden solche Entscheidungen als eine B\u00fcrde empfunden. Allerdings sollten nicht alle Aufgaben von Ihnen \u00fcbernommen werden &#8211; ein Mittelma\u00df ist gefragt. In dieser Zeit ist Routine au\u00dferdem sehr f\u00f6rdernd f\u00fcr den Heilungsprozess. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Wenn die Mutter durch die Depression krank geschrieben werden muss, ist es wichtig, sie als Partner finanziell bestm\u00f6glich zu entlasten. Versichern Sie ihr, dass finanzielle Ver\u00e4nderungen kein Grund zur Sorge sind.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Und letztens, z\u00f6gern Sie nicht, mit Ihrer Partnerin einen Arzt aufzusuchen. Versichern Sie ihr, dass ihre Emotionen kein Zeichen der Schw\u00e4che sind und diese sie auch nicht zur \u201cschlechten Mutter\u201d machen. Vielmehr ist die postnatale Depression eine ernstzunehmende medizinische Erkrankung, f\u00fcr die sie sich keineswegs sch\u00e4men muss. Niemand kann dieses Problem ganz alleine l\u00f6sen, und je schneller Sie und ihre Partnerin dies akzeptieren, umso schneller kann sich die Mutter auf dem Heilungsweg befinden und neue Lebensfreude sch\u00f6pfen.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Prozess der Schwangerschaft und Geburt ist, allein was Hormone und somit Emotionen angeht, ein hochkomplexer Prozess. Folglich empfindet nicht jede Mutter gleich. 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