{"id":4045,"date":"2017-09-18T15:54:40","date_gmt":"2017-09-18T13:54:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.arzttermine.de\/magazin\/?p=4045"},"modified":"2018-02-19T09:32:34","modified_gmt":"2018-02-19T08:32:34","slug":"ich-beschloss-den-zuckerkonsum-meiner-kinder-zu-minimieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.arzttermine.de\/magazin\/gesuender-leben\/ernaehrung\/ich-beschloss-den-zuckerkonsum-meiner-kinder-zu-minimieren\/","title":{"rendered":"Ich beschloss, den Zuckerkonsum meiner Kinder zu minimieren &#8211; das ist passiert"},"content":{"rendered":"<p>Interessiert man sich ein bisschen f\u00fcr gesunde Ern\u00e4hrung, kommt man am Thema Zuckerkonsum nicht vorbei. Was nicht alles schon \u00fcber ihn geschrieben wurde, es w\u00fcrde nicht wundern, w\u00e4re der wei\u00dfe Industriezucker schuld am Untergang der westlichen Zivilisation. F\u00fcr M\u00fcdigkeit und Energielosigkeit sei er verantwortlich, Konzentrationsmangel, Depressionen, Magen- und Darmerkrankungen w\u00fcrden durch ihn ausgel\u00f6st und sogar zu Demenz w\u00fcrde er f\u00fchren.<\/p>\n<p>Viele dieser Anschuldigungen haben sich durch verschiedene <a href=\"https:\/\/www.zentrum-der-gesundheit.de\/uebergewicht-bei-kindern-ia.html\">Studien <\/a>als wahr herausgestellt. Zu viel Zucker kann dick machen und <a href=\"https:\/\/deine-gesundheit.net\/uebergewicht-bei-kindern\/\">\u00dcbergewicht<\/a> kann den Anfang einer Reihe schwerwiegender Krankheiten bilden. Typ 2 Diabetes, Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz werden tats\u00e4chlich durch den \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Genuss der wei\u00dfen Kristalle ausgel\u00f6st.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich m\u00f6chte ich, dass meine beiden Kinder gesund sind und es langfristig auch bleiben. Ich setzte mich also mehr mit der Ern\u00e4hrung innerhalb unserer Familie auseinander und nahm mir vor, \u00f6fter und ges\u00fcnder zu kochen. Denn Zucker ist vor allem in Fertignahrung wie Tiefk\u00fchlpizza und \u00c4hnlichem enthalten, da er auch als Geschmacksverst\u00e4rker funktioniert. Ich versuchte meine Kinder beim Kochen mit einzubeziehen, damit sie einen st\u00e4rkeren Bezug entwickeln zu dem, was sie essen. Bei manchen Dingen wie Pizza ging das sehr gut, anderes, wie Rosenkohl, war einfach nicht schmackhaft zu machen. Softdrinks wurden \u2013 begleitet von lautstarken Beschwerden \u2013 durch Tee ersetzt.<\/p>\n<p><strong>Wo ist denn \u00fcberhaupt Zucker drin?<\/strong><\/p>\n<p>Je l\u00e4nger ich mich mit unserer Ern\u00e4hrung besch\u00e4ftigte, umso mehr wurde mir bewusst, wie viel Zucker wir eigentlich jeden Tag zu uns nehmen \u2013 auch ich selbst. Und dabei meine ich gar nicht den Teel\u00f6ffel Zucker, den ich mir morgens in den Kaffee tue, sondern Zucker im Joghurt, im Brot, im Saft, er schien \u00fcberall zu sein!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.arzttermine.de\/?utm_source=magazin&amp;utm_medium=magazin_banner&amp;utm_campaign=magazin_banner\" target=\"_self\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full\" src=\"https:\/\/www.arzttermine.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/content_3_banner.jpg\" alt=\"Arzttermine.de Online Termine buchen\" width=\"770\" height=\"230\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die WHO hat sich durch den immensen Zuckerkonsum und die damit einhergehenden Krankheiten gen\u00f6tigt gesehen, eine Empfehlung zum t\u00e4glichen Zuckerverzehr auszusprechen, diese liegt f\u00fcr Erwachsene bei mickrigen sechs Teel\u00f6ffeln Zucker pro Tag, bei Kindern sind es sogar nur die H\u00e4lfte. Ganz sch\u00f6n wenig, wenn man bedenkt, dass in einer Dose Limonade allein schon zehn Teel\u00f6ffel von dem s\u00fc\u00dfen Zeug enthalten sind. Andreas Pfeiffer, Direktor der Abteilung f\u00fcr Endokrinologie, Diabetes und Ern\u00e4hrungsmedizin der Charit\u00e9 Berlin, und Antje Gahl, Pressesprecherin der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Ern\u00e4hrung (DGE), halten die Umsetzung dieser Verzehrempfehlung f\u00fcr fragw\u00fcrdig, daf\u00fcr sei Zucker einfach in zu vielen Lebensmitteln enthalten.<\/p>\n<p>Streng daran halten sollten sich vor allem Menschen, die sich wenig bewegen und solche, die bereits erh\u00f6hte Blutzuckerwerte oder eine Insulinresistenz haben. Sich komplett zuckerfrei zu ern\u00e4hren, also auch Obst wegzulassen, sei dagegen nicht sinnvoll. Das Gehirn braucht eine gewisse Menge an Glukose, um gut arbeiten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Die unbeliebte Naschregel<\/strong><\/p>\n<p>Auch wenn es mir leid tat, Nein sagen zu m\u00fcssen, ich blieb dabei und erkl\u00e4rte meine Beweggr\u00fcnde f\u00fcr die S\u00fc\u00dfigkeitenminimierung, so weit, wie ich es f\u00fcr sinnvoll hielt. Das war der Punkt, der f\u00fcr meine Kinder am st\u00e4rksten ins Gewicht fiel. Das ich st\u00e4rker auf den Zuckergehalt im Brot und anderen Nahrungsmitteln achtete, war f\u00fcr sie unwichtig. Auch das nun h\u00e4ufiger vorkommende gemeinsame Kochen gefiel ihnen eigentlich ganz gut. Nur die neu eingef\u00fchrte Naschregel l\u00f6ste Protestst\u00fcrme aus.<\/p>\n<p>Von nun an w\u00fcrde es nur noch einmal am Tag etwas zu naschen geben. Was das war, konnten sie sich selbst aus einer Naschkiste aussuchen. Im Gegenzug bot ich ihnen \u00f6fter Obst an, wenn sie etwas S\u00fc\u00dfes forderten. Ich konnte ihren anf\u00e4nglichen Groll gut verstehen. Denn Zucker ist nicht nur sch\u00f6n s\u00fc\u00df, er macht auch gl\u00fccklich, ein bisschen wenigstens und ist deshalb so beliebt. Auch die Werbung tut ihr \u00dcbriges, um uns zu verf\u00fchren.<\/p>\n<p>Es ist schon absurd, wenn man sich \u00fcberlegt, dass in Milchschnitten oder anderen S\u00fc\u00dfigkeiten, fast nichts au\u00dfer Zucker drin ist und sie dennoch als gesund verkauft werden \u2013 der Milch wegen, die darin enthalten ist. Auch die Werbung von Fu\u00dfballstars f\u00fcr Nutella und Co musste ich meinen Kindern in aufwendiger Erkl\u00e4rarbeit wieder aus dem Kopf treiben.<\/p>\n<p><strong>S\u00fc\u00dfes nicht als Belohnung nutzen<\/strong><\/p>\n<p>Auch wenn meine Kinder keine grundlegende Ver\u00e4nderung durch die Zuckerdrosselung erlebt haben, werde ich ihrer Gesundheit zuliebe weiter daran festhalten. S\u00fc\u00dfigkeiten bleiben weiterhin eine besondere Ausnahme, die es nur einmal am Tag gibt und nicht andauernd.<\/p>\n<p>Auf gar keinen Fall setze ich S\u00fc\u00dfigkeiten mehr als Belohnung ein, wenn die beiden mit guten Noten aus der Schule heimkommen. Lieber frage ich sie dann, worauf sie Lust haben und ob wir nicht was Tolles unternehmen wollen. Denn die Forschung zeigt: wurde man als Kind darauf konditioniert S\u00fc\u00dfigkeiten als Belohnung zu erhalten oder als Trostpflaster bei physischen oder emotionalen Schmerzen, greift man auch als Erwachsener zu diesen Mitteln. Dadurch ger\u00e4t die Zuckerzufuhr noch mehr au\u00dfer Kontrolle. Belohnen sollte man sich lieber mit Dingen, die einem auch langfristig gut tun. Wirklich zum S\u00fc\u00dfen greifen sollte man nur, wenn man tats\u00e4chlich auch k\u00f6rperliches Verlangen danach versp\u00fcrt. Und mittlerweile ist die Einmal-Pro-Tag-Naschregel f\u00fcr die beiden sogar zu einer Selbstverst\u00e4ndlichkeit geworden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Interessiert man sich ein bisschen f\u00fcr gesunde Ern\u00e4hrung, kommt man am Thema Zuckerkonsum nicht vorbei. Was nicht alles schon \u00fcber ihn geschrieben wurde, es w\u00fcrde nicht wundern, w\u00e4re der wei\u00dfe Industriezucker schuld am Untergang der westlichen Zivilisation. 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