{"id":3980,"date":"2017-02-02T15:19:49","date_gmt":"2017-02-02T14:19:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.arzttermine.de\/magazin\/?p=3980"},"modified":"2017-03-30T15:44:43","modified_gmt":"2017-03-30T13:44:43","slug":"mama-papa-ich-bin-smartphone-suechtig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.arzttermine.de\/magazin\/gesuender-leben\/mama-papa-ich-bin-smartphone-suechtig\/","title":{"rendered":"\u201cMama, Papa&#8230;Ich bin Smartphone-s\u00fcchtig!\u201d"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-weight: 400;\">Wir kennen alle die Erleichterung, die eine SMS ausl\u00f6sen kann; den Stolz, der mit einem viel-gelikten Facebook-Post verbunden ist; die Vorfreude, die folgender Satz ausl\u00f6st : \u201e[Namen des eigenen Partners hier einf\u00fcgen] schreibt\u2026\u201d. Wissenschaftler berichten schon seit Jahren, dass solche Aktivit\u00e4ten zur Aussch\u00fcttung des Gl\u00fcckshormons Dopamin beitragen. Nun wird allerdings klar, dass solche Situationen weitaus schwerwiegendere Konsequenzen haben k\u00f6nnen als bisher vermutet. Dies geht aus einer Studie von Nadine und Christian Wolf der Universit\u00e4tsklinik Saarland hervor. Sie glauben, dass solche Impulse sogar Indikatoren einer Sucht sein k\u00f6nnten. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Wolf und Wolf kamen zu diesem Ergebnis w\u00e4hrend sie einen Herrn B. in ihrer Homburger Klinik behandelten. Der 38-j\u00e4hrige Mann, der an Depressionen gelitten haben soll, hatte seine Freundin vor seiner Ankunft mittels eines Smartphones f\u00fcr mehr als vier Stunden t\u00e4glich akribisch kontrolliert. Da er immer sehen konnte, wann sie online war, wurde seine Eifersucht durch jede verz\u00f6gerte Antwort aufs Neue entfacht. Schlie\u00dflich wurde sein Verhalten so zwanghaft, dass er sich selbst in die Klinik einwies. <\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.arzttermine.de\/?utm_source=magazin&#038;utm_medium=magazin_banner&#038;utm_campaign=magazin_banner\" target=\"_self\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full\" src=\"https:\/\/www.arzttermine.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/content_3_banner.jpg\" alt=\"Arzttermine.de Online Termine buchen\" width=\"770\" height=\"230\" \/><\/a><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Ob sein Verhalten offiziell als \u201cSucht\u201d bezeichnet werden kann steht noch zur Debatte. Au\u00dfer \u201cSpielsucht\u201d ist die sogenannte \u201cInternetsucht\u201d die einzige psychische St\u00f6rung, die nicht mit einem physischen Suchtmittel assoziiert wird. Psychologen wie Wolf und Wolf glauben, Smartphonesucht sollte trotzdem einen Platz in dieser Liste bekommen. Laut der American Psychological Association bezeichnet eine Abh\u00e4ngigkeit einen Zustand, \u201eden der K\u00f6rper braucht, um physische oder psychologische Entzugserscheinungen zu vermeiden\u201d &#8211; ein Kriterium, das eifrige Smartphonenutzer zu erf\u00fcllen scheinen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Psychologen z\u00f6gerten bis jetzt, die zwanghafte Smartphonenutzung als Sucht abzustempeln, da das Thema immer noch relativ unerforscht ist. J\u00fcngste Berichte deuten jedoch darauf hin, dass sich dies bald \u00e4ndern k\u00f6nnte. Im Jahr 2003 entwickelte eine Forschungsgruppe in Taiwan ein Smartphone-Sucht Protokoll &#8211; aus dem englischen \u201eSmartphone Addiction Inventory (SPAI)\u201d &#8211; das basierend auf der Skala der Internetsucht eine Liste von 27 Kriterien f\u00fcr eine Art Smartphoneabh\u00e4ngigkeit bilden soll. Allerdings wurde dieses Protokoll noch nicht international anerkannt. \u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Die erste Studie mit einer europ\u00e4ischen Kohorte wurde 2015 in der Schweiz durchgef\u00fchrt. Hierbei wurden 1,519 Studenten aus 127 Schulen auf ihre Smartphonenutzung untersucht. Bei fast 17 Prozent der Studenten wurde eine Abh\u00e4ngigkeit festgestellt. In der Studie wurde deutlich, dass das Problem bei Jugendlichen im Alter von 15 bis 16 Jahren st\u00e4rker ausf\u00e4llt als bei den Probanden, die \u00e4lter als 19 Jahre alt waren. \u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Allgemein wird App-nutzung zu einem beliebten Thema unter klinischen Forschern. Im Februar 2016 erntete der Suchbegriff \u201eSmartphone\u201d 2,053 Ergebnisse in einer PubMed Suche. Wolf und Wolf freuen sich \u00fcber diese Entwicklung, denn sie glauben, die Symptome von Herrn B. repr\u00e4sentieren einen allgemeinen Trend in der modernen Gesellschaft. Ein Trend, der ihrer Meinung nach weitreichende Folgen haben wird. Exzessive App-nutzung unter Kindern und Jugendlichen soll zu schlechten Noten in der Schule f\u00fchren und wurde au\u00dferdem h\u00e4ufig in Kombination mit Panikattacken, Schlafst\u00f6rungen und ADHS beobachtet. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Smartphonesucht soll allerdings nicht nur die Psyche beeinflussen: mittlerweile machen sich auch k\u00f6rperliche Konsequenzen bemerkbar. Unter Menschen, die sehr lange auf einen kleinen Bildschirm schauen, war Kurzsichtigkeit ein weit verbreitetes Problem. In S\u00fcdkorea zum Beispiel &#8211; das Land mit der h\u00f6chsten Verbreitung von Smartphones weltweit &#8211; sind bis zu 90 Prozent der jungen Menschen kurzsichtig. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein bis \u201eSmartphonesucht\u201d offiziell als St\u00f6rung in psychologische Lexika eingetragen werden kann. Anders als bei Spielsucht oder Internetsucht ist die Nutzung von Smartphones nicht an einen bestimmten Ort gebunden. Insofern kann die \u201cDroge\u201d \u00fcberall genutzt werden, was ihr zerst\u00f6rerisches Potenzial umso gr\u00f6\u00dfer macht. \u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Was ist Ihre Meinung dazu? Glauben Sie, dass Ihre Smartphonenutzung vielleicht bereits zwanghaft geworden ist? Wir w\u00fcrden gerne von Ihnen h\u00f6ren!<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir kennen alle die Erleichterung, die eine SMS ausl\u00f6sen kann; den Stolz, der mit einem viel-gelikten Facebook-Post verbunden ist; die Vorfreude, die folgender Satz ausl\u00f6st : \u201e[Namen des eigenen Partners hier einf\u00fcgen] schreibt\u2026\u201d. Wissenschaftler berichten schon seit Jahren, dass solche Aktivit\u00e4ten zur Aussch\u00fcttung des Gl\u00fcckshormons Dopamin beitragen. 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