{"id":3932,"date":"2017-01-09T15:32:05","date_gmt":"2017-01-09T14:32:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.arzttermine.de\/magazin\/?p=3932"},"modified":"2017-01-09T15:32:05","modified_gmt":"2017-01-09T14:32:05","slug":"sind-verhuetungs-apps-wirklich-sicher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.arzttermine.de\/magazin\/ratgeber\/frauengesundheit\/sind-verhuetungs-apps-wirklich-sicher\/","title":{"rendered":"Sind Verh\u00fctungs-Apps wirklich sicher?"},"content":{"rendered":"<p>Zurzeit gibt es dutzende Apps, die damit werben, eine Alternative zu traditionellen<br \/>\nVerhu\u0308tungsmethoden darzustellen. Diese versprechen Befreiung von den m\u00f6glichen<br \/>\nNebenwirkungen wie Depression oder betru\u0308bter Lust, die sonst mit der \u201cPille\u201d<br \/>\nassoziiert werden. Da einige Berichte diese Behauptungen vor Kurzem in Frage<br \/>\nstellten, ist allerdings unklar, ob sie wirklich so sicher sind.<\/p>\n<p>Einerseits, best\u00e4tigt eine Studie des schwedischen Karolinska Instituts, dass Apps<br \/>\neine Schwangerschaft genauso effektiv verhindern k\u00f6nnen wie die Pille.<br \/>\nAndererseits widerspricht die Deutsche Gesellschaft fu\u0308r Endokrinologie (DGE)<br \/>\ndiesen Aussagen mit einem Statement, das Frauen wiederum von Apps abr\u00e4t. App-<br \/>\nNutzer haben meist keinen medizinischen Abschluss, warnt die DGE, weswegen<br \/>\nh\u00e4ufig viele Fehler bei der Interpretation von Ergebnissen entstehen k\u00f6nnten.<br \/>\nAu\u00dferdem ziehen zu wenige Apps die natu\u0308rlichen Schwankungen im Zyklus jeder<br \/>\nFrau in Betracht.<\/p>\n<p>Die beliebte Bloggerin bei <a href=\"http:\/\/wearetheladies.de\">wearetheladies.de<\/a> hat selbst drei Jahre Erfahrung mit<br \/>\nverschiedenen Verhu\u0308tungsapps gemacht. Unter Ihrem Autorennamen, Maggie,<br \/>\nerz\u00e4hlt sie im Interview mit Arzttermine.de, was fu\u0308r sie funktioniert hat und was nicht.<br \/>\nSowohl Apps als auch Verhu\u0308tungscomputer hat sie w\u00e4hrend dieser Zeit ausprobiert.<\/p>\n<p><strong>1) Wie wu\u0308rden Sie Ihren Umstieg vom Verhu\u0308tungscomputer zu Apps<\/strong><br \/>\n<strong>beschreiben?<\/strong><\/p>\n<p>Der Umstieg verlief fu\u0308r mich reibungslos, da ich dank Verhu\u0308tungscomputer bereits<br \/>\n1,5 Jahre Erfahrung mit der symptothermalen Methode hatte und mich somit sehr<br \/>\nsicher mit ihr gefu\u0308hlt habe. Ich habe mich au\u00dferdem fu\u0308r die myNFP-App<br \/>\nentschieden, die meiner Meinung nach die beste auf dem Markt ist, um zuverl\u00e4ssig<br \/>\nnatu\u0308rlich zu verhu\u0308ten. Daher gab es keinerlei Schwierigkeiten, ganz im Gegenteil:<br \/>\nIch freute mich u\u0308ber die vielen Zusatzfunktionen der App, denn der damalige<br \/>\nComputer war doch recht rudiment\u00e4r &#8211; mittlerweile gibt es aber viel bessere<br \/>\nModelle, zu denen ich raten wu\u0308rde.<\/p>\n<p><strong>2) Muss man seinen Zyklus besonders gut kennen, um Apps zu nutzen?<\/strong><\/p>\n<p>Nein, da die \u201erichtigen&#8220; Apps nicht auf der Kalendermethode beruhen, braucht man<br \/>\nseinen Zyklus nicht besonders gut zu kennen. Die geeigneten Apps berechnen den<br \/>\nEisprung nicht, sondern bestimmen diesen mithilfe von K\u00f6rpersymptomen jeden<br \/>\nZyklus individuell aufs Neue &#8211; daher kann dieser ruhig schwanken und unregelm\u00e4\u00dfig<br \/>\nsein &#8211; was u\u0308brigens bei den meisten Frauen der Fall ist. Der 28-Tage-Zyklus ist ein<br \/>\nabsoluter Mythos und eine Erfindung der Pharmaindustrie (Stichwort: Pille).<\/p>\n<p><strong>3) Viele Wissenschaftler raten von Apps als Verhu\u0308tungsmittel ab. Warum<\/strong><br \/>\n<strong>waren sie trotzdem zuverl\u00e4ssig genug in Ihren Augen?<\/strong><\/p>\n<p>Das Problem mit Apps als Verhu\u0308tungsmittel ist die Wahl einer geeigneten. Denn die<br \/>\nmeisten beruhen wie schon erw\u00e4hnt auf der Kalendermethode, die sehr unsicher ist.<br \/>\nWichtig ist daher, sich eine App auszusuchen, die die symptothermale Methode<br \/>\nunterstu\u0308tzt (Temperaturmessung + Zervixschleimbeobachtung) und auch nach<br \/>\ndiesen beiden Kriterien auswertet. Zudem sollte man sich VORHER mit der Methode<br \/>\nvertraut machen und die Regeln sowie Begriffe gru\u0308ndlich lernen. Erst dann wird man<br \/>\nzuverl\u00e4ssig mit einer entsprechenden App verhu\u0308ten k\u00f6nnen. Auch die Auswertung<br \/>\nder App sollte immer aufmerksam mitverfolgt und gegengecheckt werden &#8211; niemals<br \/>\nblind auf die Technik verlassen!<\/p>\n<p><strong>4) Wem wu\u0308rden Sie die empfehlen, wem nicht?<\/strong><\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich empfehle ich Anf\u00e4ngerinnen, die mit natu\u0308rlicher Verhu\u0308tung beginnen<br \/>\nwollen, lieber einen Verhu\u0308tungscomputer. Er erleichtert den Einstieg ungemein und<br \/>\ngibt sehr viel Sicherheit. Wobei man trotz Computer VORHER die Methode erlernen<br \/>\nsollte, allein schon um zu wissen, wie mit sogenannten St\u00f6rfaktoren umgegangen<br \/>\nwerden muss.<\/p>\n<p>Wer etwas selbstsicherer ist und nicht so viel Geld investieren m\u00f6chte, kann auch<br \/>\ngleich mit einer geeigneten App starten. Dann muss man die Methode jedoch sehr<br \/>\ngut beherrschen, was bereits beim Runden und korrekten \u00dcbertragen der<br \/>\nTemperaturwerte beginnt. Einige Frauen u\u0308berfordert beispielsweise schon das<br \/>\nalleinige Ablesen eines (analogen) Thermometers &#8211; diesen wu\u0308rde ich definitiv keine<br \/>\nApp, sondern einen Computer empfehlen. Ich selbst habe mir natu\u0308rliche Verhu\u0308tung<br \/>\ndamals auch nur mit Hilfe eines Computers zugetraut, und empfinde das nicht als<br \/>\nSchande \u2013 schlie\u00dflich ist das gesamte Thema neu und aufregend und verunsichert<br \/>\nzun\u00e4chst. Aber nach ein paar Zyklen hat Frau den Dreh raus, versprochen!<\/p>\n<p><strong>5) Halten Sie es m\u00f6glich eine App zu entwerfen, die genau so zuverl\u00e4ssig ist<\/strong><br \/>\n<strong>wie ein Computer?<\/strong><\/p>\n<p>Jein. Ich glaube, eine App, die ja letztendlich manuell vom Nutzer bedient wird, wird<br \/>\nimmer eine gewisse Fehlerquote aufweisen, egal wie gut sie programmiert ist. Was<br \/>\njedoch momentan verst\u00e4rkt auf den Markt kommt, sind Apps, die in Verbindung mit<br \/>\neinem Bluetooth-Thermometer funktionieren, zum Beispiel WINK\/KINDARA aus den<br \/>\nUSA oder bald OVY hier in Europa. Das jeweilige Thermometer u\u0308bertr\u00e4gt die Daten<br \/>\nautomatisch, wodurch die oben erw\u00e4hnten Rundungs- und \u00dcbertragungsfehler<br \/>\nwegfallen. Dieses System scheint mir eine ideale L\u00f6sung zwischen App und<br \/>\nComputer zu sein, wobei ich es selbst noch nicht getestet habe.<br \/>\nDennoch m\u00f6chte ich an dieser Stelle eine Lanze fu\u0308r Apps brechen: Wer die richtige<br \/>\nw\u00e4hlt, die Methode vorab gru\u0308ndlich erlernt, seinen Zyklus immer aufmerksam<br \/>\nmitverfolgt und die Auswertung gegencheckt, kann sehr zuverl\u00e4ssig mit ihr verhu\u0308ten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zurzeit gibt es dutzende Apps, die damit werben, eine Alternative zu traditionellen Verhu\u0308tungsmethoden darzustellen. Diese versprechen Befreiung von den m\u00f6glichen Nebenwirkungen wie Depression oder betru\u0308bter Lust, die sonst mit der \u201cPille\u201d assoziiert werden. Da einige Berichte diese Behauptungen vor Kurzem in Frage stellten, ist allerdings unklar, ob sie wirklich so sicher sind. 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