{"id":3766,"date":"2016-10-26T17:33:36","date_gmt":"2016-10-26T15:33:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.arzttermine.de\/magazin\/?p=3766"},"modified":"2016-11-15T09:43:23","modified_gmt":"2016-11-15T08:43:23","slug":"warum-junge-menschen-mit-krebs-besonders-leiden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.arzttermine.de\/magazin\/aktuell\/warum-junge-menschen-mit-krebs-besonders-leiden\/","title":{"rendered":"Warum junge Menschen mit Krebs besonders leiden"},"content":{"rendered":"<p>Eigentlich sollte es einen Grund zum Feiern geben. Die Zahl der Todesf\u00e4lle bei Kindern und Jugendlichen ist in den letzten 100 Jahren drastisch gesunken. Dank der erfolgreichen Bek\u00e4mpfung von Infektionserkrankungen sowie Fortschritte in der vorgeburtlichen- und S\u00e4uglingsmedizin m\u00fcssen weniger Eltern um Ihre Kinder trauern. Die Sterblichkeit bei S\u00e4uglingen schrumpfte von rund 21 Prozent auf 0,5 Prozent und bei Kindern zwischen ein und 15 Jahren von einem Prozent auf 0,02 Prozent.<\/p>\n<p>Jedoch kann jetzt noch nicht gefeiert werden, denn heute stellen zunehmend chronische Krankheiten eine Gefahr f\u00fcr Kinder und Jugendliche da. Darunter sind Diabetes mellitus, Asthma, Allergien und Krebs die h\u00e4ufigsten Krankheitsbilder. Aktuelle Untersuchungen deuten darauf hin, dass sich der gesundheitliche Allgemeinzustand von Kindern insgesamt verschlechtert hat. Schuld seien gesundheitsgef\u00e4hrdende Verhaltensweisen. Unter anderem werden falsche Ern\u00e4hrung, mangelnde Bewegung und Drogen als m\u00f6gliche Ursachen angegeben. Diese wirken sich negativ auf die k\u00f6rperliche Gesundheit, schulische Entwicklung, Konfliktbew\u00e4ltigung und gesundheitsrelevante Verhaltensweisen aus.<\/p>\n<p>Unter Kindern und Jugendlichen ist Krebs ist die t\u00f6dlichste Krankheit. In Deutschland bekommen jedes Jahr etwa 1.800 junge Kinder bis zum 15. Lebensjahr eine Krebsdiagnose. 34 Prozent davon sind Leuk\u00e4mien, gefolgt von Tumoren des Zentralnervensystems (Hirntumoren) mit etwa 23 Prozent und Lymphomen mit ungef\u00e4hr 12 Prozent. Am Seltensten sind das Neuroblastom (circa 8 Prozent) und das Nephroblastom (Wilms-Tumor, 5,5 Prozent).<\/p>\n<p>Doch wer in Deutschland wohnt hat relativ gute Chancen auf Heilung. In den letzten 20 Jahren konnten die Heilungsraten \u2013 insbesondere aufgrund kontinuierlich durchgef\u00fchrter Therapieoptimierungsstudien \u2013 75 Prozent erreichen. Somit ist Deutschland zurzeit Weltmeister bei der erfolgreichen Behandlung. Anders als bei jungen Erwachsenen k\u00f6nnen Kinder, die ihre Diagnose \u00fcberleben, meistens danach auch ein weitgehend normales Leben f\u00fchren. Erwachsene, die die Krankheit zwischen dem 18 und 39 Lebensjahr erwischt, sind meist mit zus\u00e4tzlichen sozialen und finanziellen Problemen belastet.<\/p>\n<p>Nur die H\u00e4lfte von all denjenigen, die im Alter von unter 65 Jahren Krebs bekommen, schaffen es ins Erwerbsleben zur\u00fcckzukehren. Je j\u00fcnger man ist umso besser sind die Chancen, jedoch bleiben viele auf der Strecke. Zahlreiche Krebspatienten <span style=\"font-weight: 400;\">bekommen<\/span> es nicht innerhalb des Zeitraums von eineinhalb Jahren, w\u00e4hrend ihnen Krankengeld zusteht, wieder einen Job zu finden, weswegen sie oft auf Arbeitslosengeld oder eine Erwerbsminderungsrente ausweichen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>In einer Zeit, in der es sonst um Unabh\u00e4ngigkeit, sexuelle Orientierung und Erfahrung, Karriere und die Gr\u00fcndung einer Familie geht, muss ein Krebspatient um Dringenderes k\u00fcmmern. \u201eDie Erkrankung trifft nicht eine ausgereifte, in sich ruhende Pers\u00f6nlichkeit, sondern eine eher unsichere, unselbstst\u00e4ndige und verletzliche, so dass eine doppelte Krisensituation entsteht\u201c, berichtete Volker K\u00f6nig der Deutschen Presse Agentur. K\u00f6nig ist \u00e4rztlicher Leiter der Fachklinik f\u00fcr onkologische Rehabilitation Bad Oexen.<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Doch junge Menschen sind nicht ganz allein auf sich gestellt. Organisationen wie die \u201eDeutsche Stiftung f\u00fcr junge Erwachsene mit Krebs\u201c bieten Betroffenen Hilfestellung an. Ihr im Oktober begonnenen Infoprojekt (\u201eJung und Krebs &#8211; Erste Hilfe\u201c) soll junge Menschen ermutigen, aktiv in ihrer Behandlung zu werden. Unter anderem stehen praktische Tipps f\u00fcr den Umgang mit Krankenkassen oder sogar Infos \u00fcber das Einfrieren von Spermien\/Eiern zur Verf\u00fcgung. Auch regionale Patientengruppen und Psychooonkologische Beratungsstellen werden auf deren Webseite <a href=\"http:\/\/www.erstehilfe-krebs.de\/\" target=\"_blank\">www.erstehilfe-krebs.de<\/a> gelistet.<\/span><\/p>\n<p>Laut der Stiftung geh\u00f6ren Hautkrebs, Geb\u00e4rmutterhalskrebs, Hodenkrebs, Brustkrebs, Sarkome (befallenes Knochen-, Knorpel- und Fettgewebe) und das Hodgkin-Lymphom (befallenes Lymphsystem) zu den Arten, die junge Erwachsene h\u00e4ufig treffen. Oft wird diese <span style=\"font-weight: 400;\">Demografik<\/span>\u00a0verz\u00f6gert diagnostiziert, weil \u00c4rzte bei Patienten in diesem Alter nicht mit Krebs rechnen (auf einen unter 15-J\u00e4hrigen, der eine Krebsdiagnose erh\u00e4lt, kommen demnach 200 bis 300 \u00fcber 80-J\u00e4hrige). Dabei kann jeder immer auf sein Recht in Deutschland bestehen sich bei Bedarf eine Zweitmeinung zu holen.<\/p>\n<p>\u00dcber Warnzeichen einer Krebserkrankung informiert der Kinderkrebsinfodienst auf seiner Website.Ein Arztbesuch wird empfohlen, wenn Symptome keiner anderen Ursache eindeutig zugeschrieben werden k\u00f6nnen und \u00fcber zwei Wochen andauern.<\/p>\n<p>&#8211; TL Andrews<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich sollte es einen Grund zum Feiern geben. Die Zahl der Todesf\u00e4lle bei Kindern und Jugendlichen ist in den letzten 100 Jahren drastisch gesunken. 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