{"id":2816,"date":"2013-09-09T18:22:22","date_gmt":"2013-09-09T16:22:22","guid":{"rendered":"http:\/\/magazin.arzttermine.de\/?p=2816"},"modified":"2013-09-09T18:22:22","modified_gmt":"2013-09-09T16:22:22","slug":"zum-wunschkind-durch-in-vitro-fertilisation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.arzttermine.de\/magazin\/ratgeber\/zum-wunschkind-durch-in-vitro-fertilisation\/","title":{"rendered":"Zum Wunschkind durch in-vitro-Fertilisation"},"content":{"rendered":"<p>Die k\u00fcnstliche Befruchtung (in-vitro-Fertilisation) ist eines der bekanntesten Verfahren, um kinderlosen Paaren den Wunsch nach einem eigenen Kind zu erf\u00fcllen. Mehr \u00fcber diese Methode erfahren Sie hier.<\/p>\n<p><b>Was versteht man unter einer in-vitro-Fertilisation?<\/b><\/p>\n<p>Bei der in-vitro-Fertilisation (IVF, Befruchtung im Reagenzglas) werden befruchtungsf\u00e4hige Eizellen der Frau mit dem Sperma des Mannes zusammengebracht. Nachdem die Eizellen befruchtet wurden, sich teilen und sich normal weiter entwickeln, werden einige befruchtete Eizellen wieder in die Geb\u00e4rmutter der Frau eingesetzt (Embryonentransfer).<\/p>\n<p><b>Voraussetzungen<\/b><\/p>\n<p>Damit dieses Verfahren angewandt werden kann m\u00fcssen einige Voraussetzungen seitens des Paares erf\u00fcllt werden:<\/p>\n<ul>\n<li>Hinreichende Aussicht auf Erfolg<\/li>\n<li>Ei- und Samenzellen d\u00fcrfen nur vom behandelten Paar verwendet werden<\/li>\n<li>Eine ausf\u00fchrliche Beratung \u00fcber die medizinischen, psychischen und sozialen Aspekte der IVF<\/li>\n<li>Das Paar muss verheiratet sein (f\u00fcr die Kosten\u00fcbernahme durch die Krankenkasse)<\/li>\n<li>Negativer HIV-Status beider Partner<\/li>\n<li>R\u00f6telnimmunit\u00e4t der Frau<\/li>\n<li>Beide Partner d\u00fcrfen nicht j\u00fcnger als 25 Jahre, der Mann nicht \u00e4lter als 50 Jahre und die Frau nicht \u00e4lter als 40 Jahre sein (dies gilt nur f\u00fcr die Kosten\u00fcbernahme durch die geseztlichen Krankenkassen)<\/li>\n<li>Nach einer Geburt ergibt sich ein Anspruch auf eine erneute Behandlung<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Vorbereitung<\/b><\/p>\n<p>Vor Beginn der Therapie sollten mit dem behandelnden Arzt ausf\u00fchrlich alle einzelnen Behandlungsschritte besprochen und offene Fragen gekl\u00e4rt werden. Au\u00dferdem m\u00fcssen verschiedene Antragsformulare zur Kostenerstattung f\u00fcr die Krankenkasse ausgef\u00fcllt und eingereicht werden. Anhand einiger Voruntersuchungen, wie Ultraschall und Blutentnahme, werden die Voraussetzungen f\u00fcr eine Hormonstimulation vorab gepr\u00fcft.<\/p>\n<p><b>Ablauf der Behandlung<\/b><\/p>\n<p><b>Gewinnung von Eizellen und Samenzellen<\/b><\/p>\n<p>Vor der Behandlung erfolgt zun\u00e4chst die Spermienpr\u00fcfung des Mannes (Spermiogramm). Die Therapie beginnt mit einer hormonellen Stimulation der Eierst\u00f6cke, die in der Regel zwischen dem 18. und 22. Tag des Zyklus zun\u00e4chst mit der Gabe eines GnRH-Medikaments beginnt. GnRH ist ein Neurohormon, das die Aussch\u00fcttung von Testosteron und \u00d6strogen bewirkt. Durch die Gabe von GnRH wird die Hormonaussch\u00fcttung der Eierst\u00f6cke unterdr\u00fcckt. Erst dann beginnt die eigentliche hormonelle Stimulation der Ovarien. Dazu werden dem K\u00f6rper t\u00e4glich etwa eine Woche lang follikelstimulierende Hormone zugef\u00fchrt, die zu einer Bildung von Eibl\u00e4schen an den Eierst\u00f6cken f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend werden in bestimmten Abst\u00e4nden Ultraschall- und Hormonkontrollen durchgef\u00fchrt, um die Hormondosis anzupassen. Bei optimalen Voraussetzungen (etwa 10 bis 14 Tage nach Stimulationsbeginn), wenn die Eibl\u00e4schen eine ausreichend Gr\u00f6\u00dfe erreicht haben, wird durch die Gabe des Hormons hCG der Eisprung k\u00fcnstlich ausgel\u00f6st. Etwa 36 Stunden sp\u00e4ter k\u00f6nnen die befruchtungsf\u00e4higen Eizellen entnommen werden.<\/p>\n<p><b>Befruchtung der Eizellen<\/b><\/p>\n<p>Nach Entnahme der Eizellen wird im Labor jeweils eine Eizelle mit einer Vielzahl von Spermien im Reagenzglas zusammen gebracht. Eizelle und Spermien befinden sich dabei in einer N\u00e4hrl\u00f6sung, die die weitere Entwicklung der Eizellen f\u00f6rdert. Die Befruchtung durch das Spermium kann ohne oder mit instrumenteller Hilfe erfolgen (klassische In-vitro Fertilisation, IVF, oder intrazytoplasmatische Spermieninjektion, ICSI). Nach einigen Tagen k\u00f6nnen die entstandenen Embryonen wieder in die Geb\u00e4rmutter \u00fcbertragen werden.<\/p>\n<p><b>Embryonentransfer in die Geb\u00e4rmutter\u00a0<\/b><\/p>\n<p>Maximal drei Embryonen k\u00f6nnen (nach dem Embryonenschutzgesetz) in die Geb\u00e4rmutter \u00fcbertragen werden. Die \u00dcbertragung erfolgt mit Hilfe eines Katheters \u00fcber die Scheide bis zur Geb\u00e4rmutter. Der Transfer kann ohne Narkose durchgef\u00fchrt werden. In den n\u00e4chsten Tagen sollte sich die Frau schonen, Stress und Geschlechtsverkehr sowie schwere k\u00f6rperliche Arbeiten vermeiden, um die Einnistung des Embryos in die Geb\u00e4rmutterschleimhaut zu erleichtern. Nisten sich zwei oder drei Embryonen gleichzeitig ein, dann kommt es zu einer Mehrlingsschwangerschaft. \u00dcberz\u00e4hlige Sperma- und Eizellen k\u00f6nnen f\u00fcr eine erneute Behandlung aufbewahrt und tiefgefroren werden.<\/p>\n<p><b>Unterst\u00fctzung der Gelbk\u00f6rperphase (Lutealphase)<\/b><\/p>\n<p>Nach Transfer der Embryonen erfolgt zwei Wochen lang die Gabe des Gelbk\u00f6rperhormons (ProgesteronI, um die Gelbk\u00f6rperphase zu unterst\u00fctzen. Nach 14 Tagen kann festgestellt werden, ob die in-vitro-Fertilisation erfolgreich verlaufen ist oder wiederholt werden muss.<\/p>\n<p><b>Erfolgschancen<\/b><\/p>\n<p>Die Erfolgsaussichten sind von einer Vielzahl an Faktoren, wie Alter der Frau, Gr\u00f6\u00dfe und Anzahl der Eizellen u.a., abh\u00e4ngig. Die Erfolgschancen liegen bei etwa 40 Prozent, allerdings erst nach mehreren in-vitro-Fertilisations-Zyklen.<\/p>\n<p><b>Risiken der Behandlung\u00a0<\/b><\/p>\n<p>Durch die Hormontherapie kann es bei Frauen zu einer \u00dcberstimulation kommen, die sich unter anderem in Unterbauchschmerzen, einem erh\u00f6hten \u00d6strogenspiegel oder einer Vergr\u00f6\u00dferung der Eierst\u00f6cke \u00e4u\u00dfert. Au\u00dferdem steigt das Risiko einer Eileiterschwangerschaft auf etwa 5 Prozent. Auch die Zahl der Mehrlingsschwangerschaften ist, besonders bei jungen Frauen, erh\u00f6ht.<\/p>\n<p><b>Kosten der Behandlung\u00a0<\/b><\/p>\n<p>Die Kosten f\u00fcr die Behandlung werden nach Antragstellung von den gesetzlichen Krankenkassen bis zu 50 Prozent \u00fcbernommen, allerdings unter bestimmten Voraussetzungen: zum Beispiel muss das Paar verheiratet sein, beide d\u00fcrfen nicht j\u00fcnger als 25 Jahre, der Mann nicht alter als 50 und die Frau nicht \u00e4lter als 40 Jahre alt sein. Private Krankenkassen erstatten die Kosten in der Regel komplett. Au\u00dferdem sollte man sich genau \u00fcber weitere anfallende Kosten informieren, wie z.B. die f\u00fcr die Krykokonservierung, die von den gesetzlichen Kassen nicht \u00fcbernommen wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die k\u00fcnstliche Befruchtung (in-vitro-Fertilisation) ist eines der bekanntesten Verfahren, um kinderlosen Paaren den Wunsch nach einem eigenen Kind zu erf\u00fcllen. Mehr \u00fcber diese Methode erfahren Sie hier. Was versteht man unter einer in-vitro-Fertilisation? Bei der in-vitro-Fertilisation (IVF, Befruchtung im Reagenzglas) werden befruchtungsf\u00e4hige Eizellen der Frau mit dem Sperma des Mannes zusammengebracht. Nachdem die Eizellen befruchtet <\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":2287,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[390,442,444,481,694],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.arzttermine.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2816"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.arzttermine.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.arzttermine.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.arzttermine.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.arzttermine.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2816"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.arzttermine.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2816\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.arzttermine.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2287"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.arzttermine.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2816"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.arzttermine.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2816"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.arzttermine.de\/magazin\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2816"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}