{"id":2665,"date":"2013-09-04T11:35:06","date_gmt":"2013-09-04T09:35:06","guid":{"rendered":"http:\/\/magazin.arzttermine.de\/?p=2665"},"modified":"2017-07-20T14:28:42","modified_gmt":"2017-07-20T12:28:42","slug":"zytomegalie-erkennen-und-behandeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.arzttermine.de\/magazin\/lexikon\/erkrankungen\/zytomegalie-erkennen-und-behandeln\/","title":{"rendered":"Zytomegalie \u2013 erkennen und behandeln"},"content":{"rendered":"<p>Die Zytomegalie (auch Einschlussk\u00f6rperchenkrankheit) ist eine h\u00e4ufig auftretende Infektionskrankheit, die vor allem \u00fcber den Geschlechtsverkehr, aber auch \u00fcber viele andere Infektionswege \u00fcbertragen wird. Besonders gef\u00e4hrlich wird es, wenn schwangere Frauen das Virus auf ihr ungeborenes oder neugeborenes Kind \u00fcbertragen. Mehr \u00fcber Ursachen, Symptome und Behandlung erfahren Sie hier.<\/p>\n<p><b>Erreger und Infektion<\/b><\/p>\n<p>Das Zytomegalie-Virus (CMV) geh\u00f6rt zur Gruppe der Herpesvieren und verbleibt nach einer Infektion ein Leben lang im K\u00f6rper. Es wird von Infizierten durch nahezu alle K\u00f6rperfl\u00fcssigkeiten (z.B. Speichel, Muttermilch, Urin, Sperma) sowie \u00fcber die Atemwege \u00fcbertragen. Also sowohl beim K\u00fcssen, durch Tr\u00f6pfchen- oder Schmierinfektion oder beim Geschlechtsverkehr. Eine Frau, die an Zytomegalie erkrankt ist kann die Viren an ihr ungeborenes oder neugeborenes Kind weitergeben. Eine Immunit\u00e4t wird nach einer Erstinfektion nicht erworben. Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Infektion und Auftreten der ersten Symptome liegt zwischen zwei bis zehn Wochen.<\/p>\n<p>Bei einer Infektion werden zun\u00e4chst die Speicheldr\u00fcsen befallen, die sich nach einiger Zeit krankhaft ver\u00e4ndern. Es entstehen sogenannte Einschlussk\u00f6rperchen und infolge dessen vergr\u00f6\u00dfern sich die befallenen Zellen (\u201eEugenaulenzellen\u201c). Von den Speicheldr\u00fcsen ausgehend wird schlie\u00dflich der gesamte K\u00f6rper befallen.<\/p>\n<p><b>Symptome bei Erwachsenen<\/b><\/p>\n<p>Die Erstinfektion verl\u00e4uft oftmals mit einer guten Immunabwehr und ohne Symptome. Treten doch Symptome auf, so sind diese relativ unspezifisch, wie etwa M\u00fcdigkeit, Fieber, Kopfschmerzen und Lymphknotenanschwellung. Oft wird die Infektion mit einem grippalen Infekt verwechselt. Aufgrund des symptomarmen Verlauf bleibt die Infektion oft lange unerkannt und f\u00fchrt dazu, dass der Betroffene unwissentlich andere Menschen mit dem Zytomegalie-Virus anstecken kann. Gef\u00e4hrlich wird die Infektion eher bei Neugeborenen und immungeschw\u00e4chten oder \u00e4lteren Menschen, bei denen ein schwerer oder t\u00f6dlicher Verlauf die Folge sein kann. Eine Zytomegalie-Infektion kann bei Ihnen unter anderem zu<\/p>\n<ul>\n<li>Fieber<\/li>\n<li>Muskelschmerzen<\/li>\n<li>Blutgerinnungsst\u00f6rungen<\/li>\n<li>Gehirnentz\u00fcndung<\/li>\n<li>Sehst\u00f6rungen bis zur Erblindung<\/li>\n<\/ul>\n<p>f\u00fchren.<\/p>\n<p><b>Zytomegalie bei schwangeren Frauen<\/b><\/p>\n<p>Zytomegalie kann durch die Mutter \u00fcber die Plazenta an das ungeborene Kind weitergegeben werden (intrauertine Infektion). Dies f\u00fchrt in den meisten F\u00e4llen zu Fehlgeburten oder Fehlbildungen wie z.B. Enzephalitis (Gehirnentz\u00fcndung), Seh- oder H\u00f6rsch\u00e4den, Sprachdefekten, Entwicklungsdefekte des Zentralnervensystems oder motorischen St\u00f6rungen. Neugeborenen k\u00f6nnen bei der Geburt durch den infizierten Geburtskanal, durch Muttermilch oder durch Schmier- oder Tr\u00f6pfcheninfektion infiziert werden.<\/p>\n<p><b>Diagnose<\/b><\/p>\n<p>Um Zytomegalie zu diagnostizieren wird Blut abgenommen und dieses auf spezifische Antik\u00f6rper getestet, die Aufschluss dar\u00fcber geben ob und wann eine Infektion stattgefunden hat. Alternativ kann das Virus direkt in Gewebsproben oder K\u00f6rpersekreten nachgewiesen werden. Bei Schwangeren k\u00f6nnen weitere Untersuchungen hinzukommen, etwa eine Fruchtwasseruntersuchung, um herauszufinden, ob eine Infektion des ungeborenen Kindes stattgefunden hat.<\/p>\n<p><b>Behandlung<\/b><\/p>\n<p>Bei Infizierten mit einer guten Immunabwehr, die keine oder nur nur wenig Symptome aufweisen, ist eine Behandlung in der Regel nicht notwendig. Da das Virus jedoch lebenslang im K\u00f6rper verbleibt, kann es zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt erneut zu einer Infektion und gegebenfalls einer notwendigen Behandlung kommen. Diese erfolgt in der Regel mit speziellen Medikamenten, sogenannten Virostatika, die die Vermehrung des Viruses hemmen soll. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen die Begleitsymptome medikament\u00f6s behandelt werden. Eine Behandlung ist besonders bei \u00e4lteren Menschen oder Menschen mit geschw\u00e4chtem Immunsystem notwendig. Infizierte schwangere Frauen werden mit speziellen Antik\u00f6rpern gegen das Zytomegalie-Virus behandelt.<\/p>\n<p><b>Vorbeugung<\/b><\/p>\n<p>Eine Infektion mit Zytomegalie ist nie mit Sicherheit zu verh\u00fcten. Allerdings sollten schwangere Frauen, die noch keine Zytomegalie durchgemacht haben, den Kontakt zu Kindergruppen meiden, da dort das Virus sehr h\u00e4ufig zu finden ist. Vor oder zu Beginn der Schwangerschaft empfehlen \u00c4rzte eine Blutuntersuchung, um schon fr\u00fch zu erkennen, ob eine Infektion bereits stattgefunden hat. Dieser Test geh\u00f6rt allerdings nicht zu den Leistungen der Krankenkasse und muss von den Patienten selber getragen werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Zytomegalie (auch Einschlussk\u00f6rperchenkrankheit) ist eine h\u00e4ufig auftretende Infektionskrankheit, die vor allem \u00fcber den Geschlechtsverkehr, aber auch \u00fcber viele andere Infektionswege \u00fcbertragen wird. Besonders gef\u00e4hrlich wird es, wenn schwangere Frauen das Virus auf ihr ungeborenes oder neugeborenes Kind \u00fcbertragen. Mehr \u00fcber Ursachen, Symptome und Behandlung erfahren Sie hier. 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