{"id":2663,"date":"2013-09-04T10:46:35","date_gmt":"2013-09-04T08:46:35","guid":{"rendered":"http:\/\/magazin.arzttermine.de\/?p=2663"},"modified":"2017-07-20T14:27:45","modified_gmt":"2017-07-20T12:27:45","slug":"demenz-erkennen-und-behandeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.arzttermine.de\/magazin\/lexikon\/erkrankungen\/demenz-erkennen-und-behandeln\/","title":{"rendered":"Demenz \u2013 erkennen und behandeln"},"content":{"rendered":"<p>Demenz ist die Bezeichnung f\u00fcr eine Reihe von Erkrankungen, die durch den stetigen Verlust geistiger F\u00e4higkeiten, wie Denken, Erinnern oder Orientierung und eine Pers\u00f6nlichkeitsver\u00e4nderung, gekennzeichnet sind. Dies f\u00fchrt dazu, dass allt\u00e4gliche Aktivit\u00e4ten nicht mehr eigenst\u00e4ndig durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Demenz ist in h\u00f6herem Lebensalter die h\u00e4ufigtse Ursache der Pflegebed\u00fcrfigkeit. Mehr zu Ursachen, Symptome und Behandlung erfahren Sie hier.<\/p>\n<p><b>Prim\u00e4re und sekund\u00e4re Form<\/b><\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich unterscheidet man zwischen der prim\u00e4ren und sekund\u00e4ren Form der Demenz. Die sekund\u00e4ren Formen machen rund 10 Prozent der Erkrankungen aus und sind Folgeerscheinungen anderer Grunderkrankungen wie z.B. Stoffwechselst\u00f6rungen, Schilddr\u00fcsenerkrankungen, Vitamin-B12-Mangel, Alkoholismus, chronische Vergiftungen oder Infektionskrankheiten. Bei erfolgreicher Behandlung der Grunderkrankung ist h\u00e4ufig auch eine R\u00fcckbildung der demenziellen Beschwerden m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Anders dagegen die prim\u00e4re Demenzform: sie betrifft etwa 90 Prozent aller an Demenz Erkrankten und ist im Verlauf fortschreitend und kann sich nicht wieder zur\u00fcckbilden. Dazu z\u00e4hlen z. B. die Alzheimer-Demenz oder die vaskul\u00e4re Demenz, die auch die h\u00e4ufigsten Formen der Demenz sind.<\/p>\n<p><b>Alzheimer-Demenz<\/b><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.deutsche-alzheimer.de\/\">Alzheimer<\/a> betrifft rund 60 Prozent aller an Demenz Erkrankten. Dabei gehen in bestimmten Bereichen des Gehirns Nervenzellen zugrunde, weil das Gleichgewicht des Botenstoffs Glutamat gest\u00f6rt ist. Die Therapie besteht daher darin, diese St\u00f6rung aufzuheben, z.b. durch die Gabe von <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Glutamat\">Glutamat<\/a>.<\/p>\n<p><b>Vaskul\u00e4re Demenz<\/b><\/p>\n<p>Die sogenannte <a href=\"http:\/\/www.wegweiser-demenz.de\/vaskulaere-demenz.html\">vaskul\u00e4re Demenz<\/a> kann durch Durchblutungsst\u00f6rungen und Gef\u00e4\u00dferkrankungen des Gehirns entstehen. Dabei kann es zu pl\u00f6tzlichen Verschlechterungen der Hirnleistung und zu schlaganfallartigen Symptomatiken kommen.<\/p>\n<p><b>Folgen einer Demenzerkrankung<\/b><\/p>\n<p>Je nach Erkrankung k\u00f6nnen die Auswirkungen der Demenz unterschiedlich sein. Generell f\u00fchrt Demenz jedoch dazu, dass die geistigen Leistungen in mehreren Bereichen stark beeintr\u00e4chtigt sind. So kommt es zum Beispiel zu einem Abbau der Lern- und Urteilsf\u00e4higkeit, des Orientierungsverm\u00f6gens oder der Verkn\u00fcpfung von Wissen. Auch das Sozialverhalten, die Motivation und die Pers\u00f6nlichkeit wird durch die Demenz ver\u00e4ndert. Je nach Auspr\u00e4gung wird zwischen leichter, mittelgradig schwerer und schwerer Form unterschieden.<\/p>\n<p><b>Symptome einer Demenz<\/b><\/p>\n<p>Demenz kann, je nach Form, unterschiedliche Symptome aufweisen. Generell k\u00f6nnen jedoch die folgenden Anzeichen auf eine Demenz hindeuten:<\/p>\n<ul>\n<li>Nachlassen des Kurzzeitged\u00e4chtnisses<\/li>\n<li>Nachlassendes Interesse an Arbeit, Kontakten und Hobbys<\/li>\n<li>Teilnahmslosigkeit<\/li>\n<li>Orientierungsschwierigkeiten, besonders in fremder Umgebung<\/li>\n<li>Sprachst\u00f6rungen<\/li>\n<li>Schwierigkeiten, gewohnte und allt\u00e4gliche T\u00e4tigkeiten auszuf\u00fchren<\/li>\n<li>Fehleinsch\u00e4tzung von Gefahren<\/li>\n<li>Gesteigerte Bewegung, h\u00e4ufige Wiederholungen gleicher Bewegungsabl\u00e4ufe<\/li>\n<li>Stimmungsschwankungen, andauernde \u00c4ngstlichkeit, Unruhe, Reizbarkeit, Misstrauen, Aggressionen<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Diagnose<\/b><\/p>\n<p>Die Diagnose erfolgt zun\u00e4chst anhand einer ausf\u00fchrlichen Befragung nach der Krankheitsgeschichte. Dabei wir als Erstes der Betroffende, dann die Angeh\u00f6rigen, befragt. Besonders Angeh\u00f6rige sind f\u00fcr die Diagnosestellung der Demenz wichtig, da die meisten Betroffenen die Krankheit zum Teil selbst nicht wahrnehmen oder aus Scham verschweigen. Anschlie\u00dfend erfolgt eine internistische neurologische Untersuchung sowie eine Blutuntersuchung. Daraufhin entscheidet der Arzt, welche weiteren zus\u00e4tzlichen Untersuchungen dar\u00fcberhinaus noch erforderlich sind.<\/p>\n<p><b>Behandlung<\/b><\/p>\n<p>Tritt die Demenz als Folge einer anderen Grunderkrankung, also als sekund\u00e4re Form, auf, so f\u00fchrt eine erfolgreiche Therapie der Grunderkrankung in der Regel zu einer R\u00fcckbildung der Demenz.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Mehrzahl der Demenzerkrankungen ist jedoch keine Heilung m\u00f6glich. Hier setzt die Therapie darauf an, das Fortschreiten der Erkrankung zu verhinden, etwa bei der Alzheimer- oder vaskul\u00e4ren Demenz. Dabei k\u00f6nnnen verschiedene Medikamente zum Einsatz kommen. Daneben ist die k\u00f6rperliche Bet\u00e4tigung (etwa Krankengymnastik oder handwerkliche T\u00e4tigkeiten) sowie ein besonderes Hirnleistungstraining wichtiger Teil des Therapiekonzepts. In manchen F\u00e4llen kommen auch weitere Medikamente zum Einsatz, die Symptomen der Demenz, wie etwa Unruhe, Schlafst\u00f6rungen oder Depressionen, entgegenwirken. Anhand von laufenden Kontrolluntersuchungen wird der Arzt den Verlauf der Erkrankung und die Wirkung der Medikamente verfolgen und gegebenenfalls die Therapie variieren.<\/p>\n<p><b>Vorbeugung<\/b><\/p>\n<p>Einer Demenz kann nicht gezielt vorgebeugt werden, da die genauen Ursachen bisher nicht vollst\u00e4ndig gekl\u00e4rt sind. Es gibt jedoch einige Risikofaktoren, die die Entwicklung einer Demenz beg\u00fcnstigen. Dazu geh\u00f6ren:<\/p>\n<ul>\n<li>Rauchen<\/li>\n<li><a href=\"\/magazin\/lexikon\/erkrankungen\/diabetes-mellitus-ursachen-symptome-und-behandlung\/\">Diabetes mellitus<\/a><\/li>\n<li>Bluthochdruck<\/li>\n<li>\u00dcbergewicht<\/li>\n<li>Zu hohe Cholesterinwerte<\/li>\n<li>Fr\u00fche Kopfverletzungen (z.B. Schlaganfall)<\/li>\n<li>Schilddr\u00fcsenunterfunktion<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.ndr.de\/ratgeber\/gesundheit\/herz-kreislauferkrankungen\/herz176.html\">Vorhofflimmern<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Da mit zunehmenden Bildungsniveau die Wahrscheinlichkeit sinkt, an Demenz zu erkranken, ist au\u00dferdem ein aktives geistiges und soziales Leben zum Vorbeugen von Demenzerkrankungen empfehlenswert. Eine Kombination aus Ged\u00e4chtnistraining und Bewegungstraining sowie ein funktionierendes, intellektuell anregendes soziales Netz k\u00f6nnen demenzielle Prozesse hinausz\u00f6gern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Demenz ist die Bezeichnung f\u00fcr eine Reihe von Erkrankungen, die durch den stetigen Verlust geistiger F\u00e4higkeiten, wie Denken, Erinnern oder Orientierung und eine Pers\u00f6nlichkeitsver\u00e4nderung, gekennzeichnet sind. Dies f\u00fchrt dazu, dass allt\u00e4gliche Aktivit\u00e4ten nicht mehr eigenst\u00e4ndig durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Demenz ist in h\u00f6herem Lebensalter die h\u00e4ufigtse Ursache der Pflegebed\u00fcrfigkeit. 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