{"id":2159,"date":"2013-07-08T12:08:21","date_gmt":"2013-07-08T10:08:21","guid":{"rendered":"http:\/\/magazin.arzttermine.de\/?p=2159"},"modified":"2017-07-20T12:50:39","modified_gmt":"2017-07-20T10:50:39","slug":"masern-unterschatzte-kinderkrankheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.arzttermine.de\/magazin\/lexikon\/erkrankungen\/masern-unterschatzte-kinderkrankheit\/","title":{"rendered":"Masern \u2013 untersch\u00e4tzte Kinderkrankheit"},"content":{"rendered":"<p>Seit Beginn des Jahres h\u00e4ufen sich die Meldungen \u00fcber Masernerkrankungen in Deutschland. Nachdem zun\u00e4chst nur Berlin und Bayern betroffen waren, musste nun in K\u00f6ln eine Schule geschlossen werden. Warum ist eine Impfung gegen Masern so wichtig? Worin bestehen m\u00f6gliche Risiken, was sind die Symptome und welche Behandlungsm\u00f6glichkeiten gibt es? All das erfahren Sie hier.<\/p>\n<p><b>Ursachen, \u00dcbertragung und Ansteckungsgefahr<\/b><\/p>\n<p>Masern werden durch Viren verursacht, die sich von Mensch zu Mensch \u00fcber Tr\u00f6pfcheninfektion, also durch Husten, Niesen oder Sprechen, \u00fcbertragen. Der Masernvirus ist hoch ansteckend: nahezu jeder Kontakt mit dem Krankheitserreger f\u00fchrt bei einer ungesch\u00fctzten Person zu einer Infektion. Als \u201eKinderkrankheit\u201c wird eine Maserninfektion nur deswegen bezeichnet, weil sie so ansteckend ist, dass bereits Kinder davon betroffen sind. Jugendliche und Erwachsene ohne Immunschutz sind davon jedoch genauso betroffen \u2013 in Deutschland machen sie den Gro\u00dfteil der an Masern Erkrankten aus.<\/p>\n<p><b>Symptome<\/b><\/p>\n<p>Etwa zehn bis zw\u00f6lf Tage, manchmal bis zu drei Wochen, nach der Ansteckung, also nach der sogenannten Inkubationszeit, treten die ersten grippeartigen Symptome auf. Dazu geh\u00f6ren hohes Fieber, Husten, Schnupfen, Halsschmerzen, Augenr\u00f6tung sowie kleine wei\u00dfliche Flecken auf der Wangenschleimhaut (sogenannte Koplik-Flecken). Einige Tage sp\u00e4ter, in der zweiten Krankheitsphase, entwickelt sich dann der charakteristische dunkelrote und gro\u00dffleckige Ausschlag im Gesicht, der sich \u00fcber den ganzen K\u00f6rper ausbreitet. Gleichzeitig kommt es zu einem weiteren Fieberschub. Diese Krankheitsphase dauert in etwa eine Woche an, bis das Fieber schlie\u00dflich wieder zur\u00fcck geht. Erst nach Ausbruch der ersten Symptome ist eine Ansteckung m\u00f6glich. Nicht geimpfte Personen sollten daher den Kontakt zu erkrankten Personen unbedingt meiden, Erkrankte d\u00fcrfen keine \u00f6ffentlichen Einrichtungen, wie z.B. Schulen, besuchen. Nachdem die Krankheit \u00fcberstanden und die Maser-Ausschl\u00e4ge sowie das Fieber vor\u00fcber sind, ist die Krankheit nicht mehr ansteckend.<\/p>\n<p><b>Schwere Folgeerkrankungen<\/b><\/p>\n<p>Da Masern das Immunsystem immens schw\u00e4chen, treten h\u00e4ufig Folgeerkrankungen wie z.B. Mittelohrentz\u00fcndung oder Bronchitis auf. Bei bis zu sechs Prozent der Erkrankten tritt eine Lungenentz\u00fcndung auf, die auch f\u00fcr die Mehrzahl der masernbedingten Todesf\u00e4lle verantwortlich ist. In wenigen F\u00e4llen kann es zu einer Gehirnentz\u00fcndung, vor allem bei Jugendlichen und Erwachsenen, kommen, die ebenfalls t\u00f6dlich verlaufen oder zu schweren Folgesch\u00e4den, wie L\u00e4hmungen oder geistiger Behinderung, f\u00fchren kann. In sehr seltenen F\u00e4llen kann, etwa sieben Jahre nach der Erkrankung, eine sogenannte SSPE (subakute skleriosierende Panenzephatlitis) auftreten, das ist die schleichende Zerst\u00f6rung von Gehirnzellen, die durch Masernviren hervorgerufen wird, die sich noch im K\u00f6rper befinden. Sie f\u00fchrt nach zwei bis drei Jahren zum Tod. Besonders gef\u00e4hrdet sind S\u00e4uglinge.<\/p>\n<p><b>Diagnose<\/b><\/p>\n<p>Die Diagnose erfolgt anhand der sichtbaren Symptome und eines Antik\u00f6rpernachweises im Blut. Masern geh\u00f6ren zu den Krankheiten, die nach dem Infektionsschutzgesetz nach erfolgter Diagnose dem Gesundheitsamt gemeldet werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p><b>Behandlung<\/b><\/p>\n<p>Bisher gibt es keine Therapie, die speziell gegen Masern ausgerichtet ist. Antibiotika richten sich nur gegen bakterielle, nicht jedoch gegen virale Erkrankungen. Neben einer streng einzuhaltenden Bettruhe k\u00f6nnen fiebersenkende Mittel sowie Hustenmittel eingesetzt werden. Au\u00dferdem sollte bei Fieber unbedingt auf ausreichend Fl\u00fcssigkeitsaufnahme geachtet werden. Bakterielle Folgeinfektionen werden mit Antibiotika behandelt. Bei Verdacht auf eine Ansteckung kann noch bis zu f\u00fcnf Tage nach der Ansteckung eine Impfung gegen Masern durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p><b>Masern-Impfung: wichtig in jedem Lebensalter<\/b><\/p>\n<p>S\u00e4uglinge verf\u00fcgen in den ersten Wochen nach der Geburt \u00fcber m\u00fctterliche Antik\u00f6rper gegen Masern, sofern diese gegen Masern geimpft ist. Eine Impfung des S\u00e4uglings sollte jedoch erst im Alter von 11-14 Monaten erfolgen. In der Regel erfolgt die zweischrittige Impfung mit einem Impfstoff, der auch gegen Mumps und R\u00f6teln (die sogenannte MMR-Impfung) gerichtet ist. Im zweiten Lebensjahr wird die zweite Impfung durchgef\u00fchrt, die den Impfschutz vervollst\u00e4ndigt. Bei Jugendlichen und Erwachsenen wird in der Regel nur eine Impfung durchgef\u00fchrt. Eine Impfung dient nicht nur dem Selbstschutz, sondern auch dem Schutz Dritter, die sich durch ungeimpfte und erkrankte Personen anstecken k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><b>Nebenwirkungen der Impfung<\/b><\/p>\n<p>Eine Impfung gegen Masern ist gut vertr\u00e4glich. In den ersten drei Tagen kann es zu allgemeiner Mattigkeit, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden sowie Schmerzen an der Einstichstelle kommen. In manchen F\u00e4llen kann es einige Wochen nach der Impfung zu\u00a0 einem schwachen, masern\u00e4hnlichen Ausschlag sowie Fieber kommen. Diese \u201eImpf-Masern\u201c sind jedoch nicht ansteckend. Schwere Nebenwirkungen sind nur sehr selten, in manchen F\u00e4llen treten allergische Reaktionen auf. Die Behauptung eines britischenWissenschaftlers aus dem Jahre 1998, dass eine Masern-Impfung Autismus ausl\u00f6sen k\u00f6nne, gilt heute als widerlegt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Beginn des Jahres h\u00e4ufen sich die Meldungen \u00fcber Masernerkrankungen in Deutschland. Nachdem zun\u00e4chst nur Berlin und Bayern betroffen waren, musste nun in K\u00f6ln eine Schule geschlossen werden. Warum ist eine Impfung gegen Masern so wichtig? Worin bestehen m\u00f6gliche Risiken, was sind die Symptome und welche Behandlungsm\u00f6glichkeiten gibt es? All das erfahren Sie hier. 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