{"id":1969,"date":"2013-07-17T16:42:56","date_gmt":"2013-07-17T14:42:56","guid":{"rendered":"http:\/\/magazin.arzttermine.de\/?p=1969"},"modified":"2013-07-17T16:42:56","modified_gmt":"2013-07-17T14:42:56","slug":"therapiemoglichkeiten-bei-kinderlosigkeit-ein-uberblick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.arzttermine.de\/magazin\/ratgeber\/therapiemoglichkeiten-bei-kinderlosigkeit-ein-uberblick\/","title":{"rendered":"Therapiem\u00f6glichkeiten bei Kinderlosigkeit \u2013 ein \u00dcberblick"},"content":{"rendered":"<p>Ungewollte Kinderlosigkeit ist ein Problem, das viele Paare betrifft. Allein in Deutschland gibt es \u00fcber sechs Millionen Menschen, die keine Kinder bekommen k\u00f6nnen. In der Medizin gibt es eine Vielzahl von Wegen, die Fruchtbarkeit von kinderlosen Paaren zu verbessern. Hier erhalten Sie einen \u00dcberblick \u00fcber die medizinischen Verfahren.<\/p>\n<p><b>Die Therapien<\/b><\/p>\n<p>Die Therapie ist jeweils abh\u00e4ngig von der bei der Untersuchung festgestellten Ursache. Je nach Art der St\u00f6rungen kommen unterschiedliche Behandlungsans\u00e4tze in Frage:<\/p>\n<p><b>Hormonelle Behandlung<\/b><\/p>\n<p>Durch die Gabe von Hormonen wird die Produktion der Eizellen und damit die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer Befruchtung kommt, erh\u00f6ht. Hormone k\u00f6nnen bei Kinderwunschbehandlungen auch unterst\u00fctzend eingenommen werden. Als Nebenwirkungen k\u00f6nnen Hitzewallungen, Kopfschmerzen oder depressive Verstimmungen sowie das sogenannte \u00dcberstimulationssyndrom auftreten: dabei kann es zu Zystenbildung oder Mehrlingsschwangerschaften mit den damit verbundenen Risiken kommen.<\/p>\n<p><b>Samen\u00fcbertragung (Insemination)<\/b><\/p>\n<p>Bei der Samen\u00fcbertragung wird ges\u00e4uberte, konzentrierte Spermafl\u00fcssigkeit ohne Geschlechtsverkehr in die Scheide eingebracht. Diese kann entweder in den Geb\u00e4rmutterhals eingespritzt\u00a0 (Intrazervikale Insemination, ICI), direkt vor dem Muttermund platziert oder in die Geb\u00e4rmutter eingespritzt werden (Intrauterine Insemination, IUI). Je nachdem, ob es sich um den Samen des Partners oder um einen anonymen Spender handelt wird zwischen homologer und heterologer Insemination unterschieden. Letztere kann in Frage kommen, wenn der Partner \u00fcberhaupt keinen befruchtungsf\u00e4higen Samen produziert oder an einer schweren Erbkrankheit oder Infektion leidet.\u00a0Die Schwangerschaftsrate pro Zyklus liegt bei 3-10 Prozent. Nach mehreren Behandlungen kann bis zu 40 Prozent erreicht werden.<\/p>\n<p><b>K\u00fcnstliche Befruchtung, In-vitro-Fertilisation<\/b><\/p>\n<p>Nach einer hormonellen Stimulation der Eierst\u00f6cke werden Eizellen entnommen und im Reagenzglas mit Spermien des Mannes zusammengebracht. Die entstandenen Embryonen werden wieder in die Geb\u00e4rmutter eingesetzt. Da die \u00dcberlebenschancen der Feten bei Mehrlingsschwangerschaften gering sind kann der Frau die selektive T\u00f6tung (Fetozid) desjenigen Embryos mit den geringsten \u00dcberlebenschancen in einem fr\u00fchen Entwicklungsstadium angeboten werden. Paare sollten vor der Behandlung auf eine solche m\u00f6gliche schwierige Entscheidung vorbereitet sein. Die Schwangerschaftsrate liegt bei 25 Prozent pro Zyklus. Die Erfolgsrate ist auch abh\u00e4ngig von der zu Grunde liegenden St\u00f6rung und dem Alter der Frau. Die Geburtenrate ist niedriger als die Schwangerschaftsrate, da h\u00e4ufig Fehlgeburten auftreten.<\/p>\n<p><b>Mikro-Injektion, ICSI (Intracytoplamastische Spermieninjektion)<\/b><\/p>\n<p>Mit Hilfe einer Kan\u00fcle wird im Labor ein Spermienfaden direkt in die fixierte Eizelle gespritzt. Das Verfahren eignet sich, wenn die Spermien nicht zahlreich oder beweglich genug sind, um selber in die Eizelle einzudringen. Zuvor muss die Frau Hormone einnehmen, damit ihr mehrere Eizellen entnommen werden k\u00f6nnen. Die Schwangerschaftsrate liegt bei etwa 25 Prozent pro Zyklus. Nach mehreren Behandlungszyklen kann bis zu 60 Prozent erreicht werden. Wird mehr als eine Eizelle \u00fcbertragen kann es zu einer Mehrlingsschwangerschaft und den damit verbundenen Risiken kommen. Bei der ICSI ist eine genetische Untersuchung der Eltern vorgeschrieben.<\/p>\n<p><b>Intratubarer Gamententransfer (GIFT)<\/b><\/p>\n<p>Bei diesem Verfahren werden nach der hormonellen Stimulation der Eierst\u00f6cke Eizellen und Spermien entnommen und zusammen direkt in den Eileiter eingebracht. Das Verfahren wird vor allem bei der ungekl\u00e4rten Kinderlosigkeit eingesetzt. Da die Erfolgsraten hier nicht h\u00f6her liegen als bei der in-vitro-Fertilisation wird das Verfahren jedoch nur noch selten angewandt. Die Schwangerschaftsrate liegt bei etwa 20 Prozent. Es besteht eine erh\u00f6hte Gefahr f\u00fcr eine Eileiterschwangerschaft.<\/p>\n<p><b>Gewinnung von Spermien direkt aus den Hoden oder Nebenhoden<\/b><\/p>\n<p>Wenn keine Samenzellen im Ejakulat des Mannes vorhanden sind k\u00f6nnen diese aus den Hoden oder aus den Nebenhoden entnommen werden. Mit Hilfe der Mikro-Injektion wird dann die Eizelle befruchtet.<\/p>\n<p><b>Einfrieren von Eizellen (Cyrokonservierung)<\/b><\/p>\n<p>Bei der Cyrokonservierung werden Eizellen oder Spermien bei tiefen Temperaturen in fl\u00fcssigem Stickstoff gelagert um zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt im Rahmen der in-vitro-Fertilisation oder Mikro-Injektion befruchtet und eingesetzt zu werden. Das Verfahren wird verwendet, damit eine Hormonstimulation nach ausgebliebener Schwangerschaft nicht wiederholt werden muss oder bei krebskranken Frauen vor Beginn der Krebsbehandlung. Die Schwangerschaftsrate ist etwas geringer als bei der Verwendung frischer Eizellen.<\/p>\n<p><b>Weitere M\u00f6glichkeiten<\/b><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Operation<\/strong>. Ist die Ursache der Sterilit\u00e4t ein verklebter Ei- oder Samenleiter, k\u00f6nnen operative Ma\u00dfnahmen helfen. Nach erfolgreicher Operation k\u00f6nnen Frauen wieder auf nat\u00fcrlichem Wege schwanger werden.<\/li>\n<li><strong>Gewichtsreduktion<\/strong>. Bei starkem \u00dcbergewicht kann ein \u00dcberschuss an m\u00e4nnlichen Hormonen bei der Frau auftreten und eine Schwangerschaft verhindern. In diesen F\u00e4llen hilft h\u00e4ufig bereits eine Gewichtsreduktion.<\/li>\n<li><strong>Stressabbau<\/strong>. Als Alternative zur medikament\u00f6sen Behandlung k\u00f6nnen Entspannungsmethoden oder Kuren dem Paar helfen Stress abzubauen und zu entspannen. Moorb\u00e4der z.B. enthalten Stoffe, die einen Eisprung ausl\u00f6sen. Sie wurden vor Einf\u00fchrung der Hormonbehandlung eingesetzt und k\u00f6nnen unterst\u00fctzend wirken.<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Den passenden Arzt finden<\/b><\/p>\n<p>Eine Kinderwunschbehandlung kann sehr belastend sein. Daher ist es wichtig sich gut zu informieren und einen Arzt zu w\u00e4hlen, bei dem man sich wohl f\u00fchlt und dem man vertraut. Die erste Anlaufstelle bei einem unerf\u00fcllten Kinderwunsch sind der Hausarzt und der Frauenarzt. Neben den Erfolgschancen m\u00f6glicher Behandlungen sollte auch nach Nebenwirkungen oder Risiken sowie den Ablauf der Behandlung gefragt werden. Paare mit Kinderwunsch sollten sich dar\u00fcber bewusst sein, dass auch die Medizin ihre Grenzen hat und die M\u00f6glichkeit besteht, kinderlos zu bleiben. Eine erg\u00e4nzende psychologische Begleitung kann in dieser Zeit eine wichtige Hilfe sein.<\/p>\n<p>[at_widget specialty=&#8220;36&#8243; description=&#8220;Buchen Sie schnell und unkompliziert Ihren Wunschtermin bei einem Reproduktionsarzt direkt online. Geben Sie dazu einfach Ihren Standort an und finden Sie somit Hilfe bei Ihrem Kinderwunsch .&#8220; button=&#8220;Reproduktionsarzt finden&#8220; ]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ungewollte Kinderlosigkeit ist ein Problem, das viele Paare betrifft. 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