{"id":1804,"date":"2013-06-10T17:32:17","date_gmt":"2013-06-10T15:32:17","guid":{"rendered":"http:\/\/magazin.arzttermine.de\/?p=1804"},"modified":"2013-06-10T17:32:17","modified_gmt":"2013-06-10T15:32:17","slug":"hilfe-bei-zeckenstichen-wann-ist-eine-impfung-sinnvoll","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.arzttermine.de\/magazin\/gesuender-leben\/vorsorge-ratgeber\/hilfe-bei-zeckenstichen-wann-ist-eine-impfung-sinnvoll\/","title":{"rendered":"Hilfe bei Zeckenstichen \u2013 wann ist eine Impfung sinnvoll?"},"content":{"rendered":"<p>Zeckenstiche sind eine unangenehme Angelegenheit. Kaum wird es drau\u00dfen warm und feucht, schon sind die Zecken anzutreffen, haupts\u00e4chlich an Wiesenr\u00e4ndern und Laub- und Mischw\u00e4ldern. Nicht selten sind sie auch \u00dcbertr\u00e4ger von Krankheiten wie von Borreliose oder der gef\u00e4hrlichen Fr\u00fchsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME.<\/p>\n<p><b>Zecken als Krankheits\u00fcbertr\u00e4ger von Borreliose<\/b><\/p>\n<p>Etwa 5 &#8211; 35% aller Zecken sind \u00dcbertr\u00e4ger der Infektionskrankheit Borreliose. Borreliose kann zu chronischen Entz\u00fcndungen des Nervensystems, des Herzmuskels und der Gelenke f\u00fchren und in sehr seltenen F\u00e4llen sogar t\u00f6dlich verlaufen. Etwa 100.000 Neuerkrankungen an Borreliose gibt es pro Jahr. Die Symptome \u00e4hneln denen einer Grippe: Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen und Lymphknotenschwellungen. Sie k\u00f6nnen auch erst Tage oder Wochen nach dem Zeckenbiss auftreten. Rund um die Stichstelle bildet sich nach etwa einer Woche eine typische ringf\u00f6rmige, mindestens vier Zentimeter gro\u00dfe R\u00f6tung. Wer diese Symptome bei sich entdeckt sollte umgehend zum Hausarzt gehen. Borreliose l\u00e4sst sich mit Antibiotika gut behandeln. Eine Impfung gegen Borreliose gibt es bisher jedoch nicht.<\/p>\n<p><b>Zecken als Krankheits\u00fcbertr\u00e4ger von FSME<\/b><\/p>\n<p>Die Fr\u00fchsommer-Meningoenzephalitis, FSME, wird seltener von Zecken \u00fcbertragen, etwa 5% der Zecken sind damit infiziert. In einigen Bundesl\u00e4ndern besteht zudem eine erh\u00f6hte Infektionsgefahr, dazu geh\u00f6ren\u00a0vor allem Bayern und Baden-W\u00fcrttemberg sowie S\u00fcdhessen, Th\u00fcringen, Rheinland-Pfalz und Saarland. Wer hingegen in Norddeutschland lebt, der ist vor dem Erreger ziemlich sicher. Auch im Ausland kann man sich mit FSME anstecken: der Erreger kommt in \u00d6sterreich, den baltischen L\u00e4ndern und in Teilen Nord- und Osteuropas vor. Nicht jeder Stich einer infizierten Zecke macht tats\u00e4chlich krank. Je fr\u00fcher man eine Zecke entdeckt und entfernt, um so geringer ist die Gefahr, sich anzustecken.<\/p>\n<p><b>FSME &#8211;\u00a0 Fr\u00fchsommer-Meningoenzephalitis<\/b><\/p>\n<p>Mit FSME-Erreger infizierte Zecken k\u00f6nnen mit ihrem Biss die Krankheit auf den Menschen \u00fcbertragen. Die Symptome \u00e4hneln auch hier wieder denen einer Grippe: Fieber, \u00dcbelkeit und Erbrechen k\u00f6nnen, m\u00fcssen aber nicht auftreten. Nach der Fieber-Attacke kann es zu einer Entz\u00fcndung des Gehirns oder der Hirnhaut kommen. Einher geht dies mit heftigen Kopfschmerzen, steifem Nacken und Schwindel. Dennoch kann diese Form der Erkrankung immer noch harmlos verlaufen. Bedrohlich wird es bei der gef\u00e4hrlicheren Variante der FSME. Hier kommt es zu einer Entz\u00fcndung des Gehirns und des R\u00fcckenmarks. Das kann zu Bewusstseinsst\u00f6rungen und L\u00e4hmungen f\u00fchren, manche Patienten fallen ins Koma. In schweren F\u00e4llen, vor allem bei \u00e4lteren Menschen, sind bleibende neurologische Beschwerden m\u00f6glich, vereinzelt f\u00fchrt die Krankheit auch zum Tod.<\/p>\n<p><b>Wann eine Impfung sinnvoll ist<\/b><\/p>\n<p>Empfehlenswert ist eine Impfung gegen FSME f\u00fcr Menschen, die in FSME-Risikogebieten leben und in Kontakt mit den Zecken kommen k\u00f6nnen. Neben F\u00f6rstern und Landwirten betrifft das insbesondere Freizeitsportler, wie Jogger, Wanderer oder Radfahrer.<\/p>\n<p>Die Gefahr an einer FSME zu erkranken besteht nicht etwa nur im Fr\u00fchsommer, sondern von April bis November, die meisten Erkrankungen gibt es im Hochsommer. Ob sich eine Impfung lohnt, h\u00e4ngt letztlich davon ab, wie oft man im Freien unterwegs ist. J\u00fcngere Menschen mit starkem Immunsystem verkraften einen Zeckenbiss meist eher ohne schwere Komplikationen, daher sollte man das Alter bei seiner Entscheidung auch in Betracht ziehen.<\/p>\n<p><b>Durchf\u00fchrung und Nebenwirkungen der Impfung<\/b><\/p>\n<p>Bei der FSME-Impfung erh\u00e4lt man drei Spritzen, die zweite nach ein bis drei Monaten. Ab diesem Zeitpunkt ist man vor FSME gesch\u00fctzt. Die dritte Impfung erfolgt f\u00fcnf bis zw\u00f6lf Monate sp\u00e4ter und sorgt f\u00fcr den Langzeitschutz, der drei bis f\u00fcnf Jahre anh\u00e4lt. Danach ist eine Auffrischung n\u00f6tig, die alle drei bis f\u00fcnf Jahre durchgef\u00fchrt werden kann. Die Impfung kann zu jedem Zeitpunkt durchgef\u00fchrt werden, am geeignetsten ist jedoch eine Impfung im Winter, damit man im darauffolgenden Fr\u00fchjahr bereits gesch\u00fctzt ist. Zum Arzttermin sollten Sie auf jeden Fall Ihren Impfpass mitnehmen. Es gibt auch die M\u00f6glichkeit, einen schnellen, vor\u00fcbergehenden Impfschutz durchzuf\u00fchren. Dabei werden drei Impfungen innerhalb von vier bis sechs Wochen durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Wie bei allen Impfungen k\u00f6nnen bei dieser Impfung Nebenwirkungen auftreten, z.B. Abgeschlagenheit, Schmerzen und Fieber. Die Kosten der Impfung werden f\u00fcr Menschen in Risikogebieten von der Krankenkasse getragen. Sollten Sie einen Urlaub in einer Zecken-Region planen, k\u00f6nnen Sie die Kosten f\u00fcr die Impfung als Reiseschutzimpfung beantragen.<\/p>\n<p><b>So sch\u00fctzen Sie sich gegen Zecken <\/b><\/p>\n<ul>\n<li>Ziehen Sie feste Schuhe, Socken, lange Hosen und lang\u00e4rmlige Oberteile an wenn Sie ins Freie gehen und untersuchen Sie anschlie\u00dfend Ihren K\u00f6rper auf Zecken: sie halten sich gerne in Intimregionen oder, bei Kindern, auch auf der Kopfhaut auf.<\/li>\n<li>Sollten Sie eine Zecke bei sich entdecken, so k\u00f6nnen Sie diese vorsichtig mit einer Pinzette entfernen, ohne zu quetschen oder zu drehen. Je l\u00e4nger die Zecke saugt, desto gr\u00f6\u00dfer ist die Gefahr, dass sie Krankheiten \u00fcbertr\u00e4gt. Verwenden Sie kein \u00d6l oder Klebstoff \u2013 die Zecke sondert sonst nur noch mehr Erreger ab. Desinfizieren Sie anschlie\u00dfend die H\u00e4nde und die Stichstelle.<\/li>\n<li>Zeckensprays k\u00f6nnen ebenfalls helfen \u2013 allerdings sollten der Schutz etwa alle zwei Stunden erneuert werden. Oft h\u00e4lt dieser n\u00e4mlich nicht so lange an, wie vom Hersteller angegeben.<\/li>\n<li>Zecken sitzen auf Gr\u00e4sern, Str\u00e4uchern oder im Unterholz. Bleiben Sie daher beim Wandern oder Joggen m\u00f6glichst auf Wegen. Gef\u00e4hrdet sind Sie auch beim Picknick auf der Wiese oder bei der Gartenarbeit.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zeckenstiche sind eine unangenehme Angelegenheit. Kaum wird es drau\u00dfen warm und feucht, schon sind die Zecken anzutreffen, haupts\u00e4chlich an Wiesenr\u00e4ndern und Laub- und Mischw\u00e4ldern. Nicht selten sind sie auch \u00dcbertr\u00e4ger von Krankheiten wie von Borreliose oder der gef\u00e4hrlichen Fr\u00fchsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME. 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